Der X6 (2) Auf der Römerstraße durch die Haard

Von Marl-Sinsen bis Haltern am See



Sonntag,
26.04.2026

Kilometer
10,5

Höhenmeter
↑ 35 / ↓ 62

Bewertung: 0 Sterne
0 Stimmen

Startpunkt

Zielpunkt

Parkplatz "Marl-Sinsen West"
Gräwenkolkstraße
45770 Marl

Bahnhof "Haltern am See"
45721 Haltern am See


Wie schon der X5, hält auch der X6 im Laufe seiner Strecke eine Durchquerung der Haard bereit. Und selbst mein Schatz, dessen Wanderbegeisterung sich für gewöhnlich eher in Grenzen hält, ließ sich für diese schöne, zehn Kilometer lange Passage gewinnen.

Da wir trotz des Sonntags schon um 7 Uhr am Start sein wollten, griffen wir für die Anfahrt aufs Auto zurück und parkten auf dem kaum genutzten P&R-Platz westlich des Bahnhofs von Marl-Sinsen. Dort war ich am Ende meiner ersten Etappe auf der gegenüberliegenden Seite der Straße aus dem Waldgebiet der "Burg" getreten. 

Durch ein Industriegebiet erreicht man nun über die Wallstraße einen verhältnismäßig unbekannten Zugang in die Haard. Auch einen Wanderparkplatz gibt es hier nicht. Das X aber wies gleich in die Richtung des Randweges, der sich hier zu den Gleisen gesellt, in nördliche Richtung strebt und schon bei meiner großen, legendären Haard-Umrundung einen Teil der Strecke ausmachte.

Während ich diese Passage seitdem als urigen und zugewachsenen Pfad in Erinnerung hatte, wurden wir jetzt von einem merklich verbreiterten Weg empfangen, dessen Zustand offensichtlich von Forstarbeiten herrührte. So mussten wir aufpassen, weil das zahlreich abgebrochene Geäst auf dem Boden vielerorts für Stolperfallen sorgte. 

Mit dem Erreichen der Römerstraße verändern sich die Wegeverhältnisse dann zum Besseren. Hier wendet sich der Weg von der benachbarten Bahnstrecke ins Waldinnere ab. Bis zum Verlassen des Waldes auf der entgegengesetzten Seite wird man den westlich der Halterner Straße liegenden Teil der Haard aber nicht verlassen. 

Nun geht es immer geradeaus, dem Hauptweg nach. Die Passage wirkt fast meditativ, und ich fühlte mich an weite Teile des Wittekindswegs erinnert. 

Einen äußerst gelungenen Pausenplatz bietet die "Hammer Hütte". Fast nach der Hälfte unserer Tour (und zugleich an der Grenze zwischen Marl und Haltern) steht sie an einer 5-Wege-Kreuzung und macht richtig was her. Ein idealer Platz, um unsere Thermobecher mit heißem Kaffee und die Salami-Käse-Brötchen zum Vorschein zu holen und eine Weile die stille, sonnendurchflutete Waldatmosphäre zu genießen. 

Genau an dieser Stelle wechselt die "Römerstraße" dann zum "Römerweg", doch ihr Charakter bleibt der selbe. Nur in Höhe des Hammerbergs, wo die Route eine letzte Linkswendung vollzieht, wartet der einzig nennenswerte, und doch absolut dezente Anstieg des Tages. Schon kommt der Schlagbaum in Sicht, der die Haard vom Wanderparkplatz "Römerweg" trennt, und nur wenige Schritte weiter erreicht der Wanderer die Recklinghäuser Straße.

Mit dem verbleibenden Weg durch Hamm-Bossendorf bis zum Bahnhof in Haltern am See fällt das Niveau im Vergleich zum bisher Erlebten ziemlich krass ab. Es ist wohl der weit und breit einzig existierenden Lippebrücke geschuldet, zu der es ohne unverhältnismäßig langen Umweg keine Alternative gibt. Doch der Blick über die Lippeauen ist durchaus geeignet, von dem Verkehr auf der parallel verlaufenden L 551 abzulenken.

Eine Viertelstunde später fand unsere Tour am Halterner Bahnhof ihren Abschluss. Und nach nur wenigen Minuten des Wartens kam - pünktlich wie die Maurer - unser Zug der Deutschen Bahn, und brachte uns nach Marl-Sinsen zurück.


Höhenprofil

Graffitikunst am Bahnhof "Marl-Sinsen"

Zugang zur Haard am Ende der Wallstraße

Eine Weile geht es an den Gleisen entlang

Beginn der Römerstraße

Gemütliche Rast in der "Hammer Hütte"

Weiter geht es auf dem "Römerweg"

Am Wanderparkplatz "Römerweg" angekommen.

Die Kanalbrücke

Blick auf die Lippe

Kunst am Halterner Bahnhof


Fitness-Level