Wie ich das Wandern wiederentdeckte ...


Schon während meiner Kindheit habe ich mich viel in Wald und Flur herumgetrieben. Zu einer Zeit, die noch ohne Smartphones und satellitengestützter Navigation auskam, und in der Fotos im Vergleich zu heute noch einen relativen Seltenheitswert besaßen.

Das hat sich fundamental geändert, während in der Zwischenzeit ganz andere Einflüsse mein Leben bestimmten. Das allerschönste Ereignis aber war, im Jahr 2000 plötzlich und unerwartet der großen Liebe meines Lebens zu begegnen: Meinem Wolf, dem ich seitdem so unfassbar viel verdanke.

Zunehmend belastende Berufsjahre führten schließlich dazu, dass ich Anfang 2016 krank wurde und in Teilzeit ging. Die Entscheidung hierzu fiel, während ich mitten in der tiefsten Eifel bei minus 6 Grad durch den verschneiten Meulenwald bei Föhren wanderte. Ein Ort vieler wunderbarer Kindheitserinnerungen.

Dies war die Initialzündung, dem Wandern künftig wieder mehr Raum in meinem Leben zu geben - und es wurde zugleich die Geburtsstunde meines Wanderblogs. 

Weitere beruflich geprägte und arbeitsintensive Jahre vergingen, bis ein akuter gesundheitlicher Rückschlag im Jahr 2022 bewirkte, dass ich von einem auf den anderen Tag plötzlich mehr Zeit hatte als mir lieb war. Doch um so wichtiger wurde es, das Wandern als einen wesentlichen Ankerpunkt meines Lebens beizubehalten.

Diese Hingabe trägt mich bis in die Gegenwart. In der ich inzwischen frei von Fremdbestimmung bin und meine Zeit als Privatier nun für das Wesentliche nutze: Für meine Liebsten. Und für eine Natur, die nicht wertet, sondern uns allen die gleichen Bedingungen stellt.

Von dieser Grundüberzeugung geleitet, hat sich mit meinem Blog im Laufe der Zeit ganz nebenbei auch ein unfreiwilliger, aber gleichwohl logischer Gegen-Entwurf zu einer Community entwickelt, die in den vergangenen Jahren immer mehr der Kommerzialisierung verfiel und ihren anfangs sehr angenehmen, ja fast familiär geprägten Charakter weitgehend verloren hat. 

Für mich bleibt das zunehmende Bestreben nach Geldgenerierung allerdings ebenso befremdlich wie die fortschreitende Verwissenschaftlichung, die das Wandern mittlerweile erfährt. Vor allem, wenn beides unter dem Vorwand der Naturliebe geschieht. Doch dass die sich auch leise, authentisch und ohne Eigennutz vermitteln lässt, dafür möchte ich mit meinem Blog ein Beispiel sein.

Das eindrucksvollste Feedback erhielt ich übrigens von einer älteren Dame, die lange Zeit selbst gewandert war, aber dann wegen ihrer körperlichen Einschränkungen kaum noch vor die Tür kam. Und sie hinterließ mir einen bemerkenswerten Satz, den ich nie vergessen habe:
"Deine Bilder sind jetzt mein Fenster nach draußen"

Ohne mir dessen bewusst zu sein, wanderte ich also längst nicht mehr für mich allein, sondern stellvertretend auch für Menschen wie sie. Das begriff ich - so richtig - erst in diesem Moment. 

Deshalb gebe ich mich, so Gott will, auch weiterhin dem Wandern als die elementarste und auch schönste Form der Naturbegegnung hin. Für dieses Bewusstsein - und nicht mehr - will ich mit meinem Blog werben.

Fühle Dich darum herzlich eingeladen, in meinen Wanderberichten zu stöbern. Aber noch mehr: Dich zu eigenen Taten inspirieren zu lassen! Nichts ist so erhebend wie die Erkenntnis, was für ein wertvoller Schatz uns mit dieser Welt geschenkt wurde.
Und wie wenig man braucht, um glücklich zu sein.