Der Wittekindsweg (2) Großsteingräber und die Icker Egge

Von Bramsche-Engter bis Ostercappeln



Montag,
02.03.2026

Kilometer
16,6

Höhenmeter
↑ 165 / ↓ 152

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Startpunkt

Zielpunkt

Bushaltestelle "Mühlenort"
49565 Bramsche (Engter)

Bushaltestelle "Windthorststraße"
49179 Ostercappeln


Die Steigerung, die der Wittekindsweg auf seiner zweiten Etappe im Vergleich zur ersten hinlegt, ist enorm. Das gilt für die Attraktivität und den konditionellen Anspruch gleichermaßen. Zunächst hatte ich aber großes Glück, dass mein Umstieg am Osnabrücker Hauptbahnhof überhaupt funktionierte. Denn um den nur alle zwei Stunden verkehrenden Anschlussbus zu erreichen, blieben mir (und das auch nur bei pünktlicher Ankunft des Zuges) gerade einmal sieben Minuten. 

So ließ sich "Plan B", der neben einem alternativen Fahrweg bis Wallenhorst noch einen vier Kilometer langen Fußweg zum eigentlichen Startpunkt in Bramsche-Engter zur Folge gehabt hätte, vorzeitig abhaken. Das war vorteilhaft angesichts der Tatsache, dass ich Kraft und Ausdauer auch viel lieber in die herbeigesehnten westlichen Ausläufer des Wiehengebirges zu investieren gedachte. Und tatsächlich sollte die Anzahl der Höhenmeter nun - etappenübergreifend - kontinuierlich zunehmen.

Um dem einsetzenden Kamm des Wiehengebirges zu folgen, nimmt der Weg mit dem Start seiner zweiten Etappe in Bramsche einen radikalen Richtungswechsel vor. Nachdem er bis jetzt nur nordwärts geführt hat, richtet er sich - großräumig gesehen - nach Ost-Süd-Ost aus, um nun konsequent seinem dortigen Terminus in Porta Westfalica zuzustreben.

Zunächst sollte das Wanderabenteuer aber auch heute wieder eher unspektakulär beginnen, woran die breiten Forstwege einen wesentlichen Anteil haben. Für die zauberhaftesten Momente sorgte dagegen die Sonne: sie brach durch das kahle Geäst und verwöhnte mich mit wunderschönen Lichtreflexen. 

Die erste Fernsicht öffnete sich nach drei Kilometern. Sie ist aber nur eine von wenigen auf dieser Etappe, bei der man vornehmlich von Wald umgeben bleibt. Und doch bewegt sich der Wanderer in einer sowohl kulturell als auch geologisch absolut bedeutsamen Region - und zugleich durch den weitläufigen Natur- und Geopark "TERRA.vita".

Als einer von wenigen hat er den Status eines "UNESCO Global Geopark" inne und weist vielerorts auf außergewöhnliche Stätten hin, die den Wittekindsweg (und nicht nur ihn) um spannende Ankerpunkte der Erdgeschichte bereichern. 
Ein Beispiel hierfür sind die aus der Jungsteinzeit erhalten gebliebenen Großsteingräber, welche direkt am Wegesrand anzutreffen sind oder allenfalls kleine Abstecher erfordern. 

So trifft man unterwegs auch auf den Süntelstein. Ein fast vier Meter hoher Megalith, der durch die Gletscherablagerungen während der Saale-Eiszeit vor 200.000 Jahren aus Skandinavien zusammen mit großen Geröllmengen ins südlichere Europa transportiert wurde. Zwei andere seiner Art - nur wesentlich kleiner - sind übrigens auch in meiner Haard zu finden, wo sie als "Teufelsstein" und "Dicker Stein" bestaunt werden können und natürlich auch schon Teil früherer Wanderberichte von mir waren.

Nach einem kurzen Stück durch Vehrte gelangt man in den Wald zurück, und damit zu "Teufels Backtrog": Ein Megalithgrab, das man ein paar Schritte abseits des Weges findet und dessen Findlinge sogar noch ihre jeweils ursprüngliche Funktion als Trag- oder Decksteine gut erkennen lassen. 

Neben einem Schützenhaus wendet sich die Route nach links. Hier beginnt ein Hauptwanderweg, der für die nächsten anderthalb Kilometer einen nördlichen Bogen um die Erhebung der "Krebsburg" zieht. An einer gut beschilderten Weggabelung heißt es dann, sich rechts zu halten, bevor nach weiteren 500 Metern noch ein Abzweig folgt. Hier geht es abermals nach rechts, wo die bereits hinter den Bäumen hervorlugende Krebsburger Hütte eine willkommene Rastgelegenheit bietet. 

Es folgt der nächste urige Waldabschnitt, bevor man - von weitläufigen Wiesen flankiert - an die Krebsburger Mühle gelangt. Dann ziehen die Höhenmeter noch einmal an und machen bei der Engelswiese einen weiteren Fernblick über das weite Land nordwärts möglich. Ihr Ende wird die Steigung aber erst auf dem Kapellenberg finden, wo die gleichnamige, im Jahre 1856 eingeweihte Marienkapelle ein würdiges Etappenziel ist.

Ein weiterer Vorteil, den Weg an dieser Stelle zu unterbrechen, ist die gerade einmal 500 Meter entfernte Bushaltestelle "Windthorststraße". Denn von dort besteht mit dem Bus X276 eine bequeme Direktverbindung zurück nach Osnabrück. Und dass eine solch vorteilhafte Anbindung alles andere als selbstverständlich ist, sollte ich schon bei der nächsten Etappe erfahren.


Höhenprofil

Der Wittekindsweg hat sich dem Kamm des Wiehengebirges zugewandt.

Fast immer der Sonne entgegen :-)

Findlinge auf der Icker Egge

Der Süntelstein

"Teufels Teigtrog"

"Driehauser Stadtweg"

"Diestelplackenweg"

Krebsburger Hütte

Die Krebsburger Mühle

Marienkapelle auf dem Kapellenberg in Ostercappeln


Fitness-Level