Der X5 (2) Das Frettholz und die Heubachniederung

Von Haltern am See bis Dülmen



Freitag,
27.02.2026

Kilometer
19,1

Höhenmeter
↑ 79 / ↓ 48

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Startpunkt

Zielpunkt

Bahnhof "Haltern am See"
45721 Haltern am See

Bahnhof "Dülmen"
48249 Dülmen


Es dämmerte noch, als ich am Bahnhof von Haltern meine zweite Etappe auf dem X5 begann. Zunächst führte der Pfeil in Richtung Innenstadt, wo ich mir neben der eindrucksvollen St. Sixtus-Kirche erst einmal einen Weg durch die zahlreichen Marktbuden suchen musste.

Der anschließende Kilometer durch die Wohngebiete zog sich etwas dahin. Kurz vor dem Stadtrand wäre ich dann (und das direkt neben einer Grundschule!) fast unter die Räder gekommen. Ein paar unverbesserliche Helikopter-Eltern halten es nämlich immer noch für nötig, ihre Kinder mit den Autos am besten gleich bis ins Klassenzimmer zu fahren. 

Zum Glück reichten aber nur wenige Schritte, um mich aus diesem Gewimmel in einen ruhigen Hohlweg zu retten. Und wie zur Entschädigung stieg dabei auch gerade die Sonne über den Horizont. Ich gelangte auf den "Prozessionsweg" und konnte dabei noch einen lohnenden Blick auf die kleiner werdende Stadt hinter mir zurück werfen.

Nun wandte ich mich dem ersten Naturschutzgebiet des Tages zu. Doch während ich das "Frettholz" durchstreifte, regte sich eine eigentümlich düstere Stimmung in mir. Vermutlich lag es aber nur daran, dass ich Wildschweine in meiner unmittelbaren Nähe vermutete.  Kurz zuvor hatte ich noch gemeint, von weitem sogar einen Wolf ausgemacht zu haben, doch im Gegensatz zu meiner ersten, tatsächlichen Begegnung war ich mir diesmal alles andere als sicher.

Kommt man an seinem nördlichen Rand aus dem Naturschutzgebiet heraus, besteht die Möglichkeit, sich über einen Versorgungsweg an der Autobahnraststätte "Hohe Mark Ost" im Bedarfsfall mit Proviant einzudecken. Anschließend führt der Hasendiller Weg auf die andere Seite der Autobahn. 

Die Landschaft ist von Feldern und Wiesen geprägt, und ein Blick in östliche Richtung lässt das Relief der Borkenberge erkennen. Mit Blick zur anderen Seite auf den Sendeturm des Waldbeerenbergs und die St. Antonius-Kirche von Lavesum führt der Weg in Richtung Sythener Straße, bevor man sich jenseits von ihr den Kiefernwäldern des Lavesumer Bruchs nähert. Und mit ihm dem Silbersee I, der als Abbaugebiet von Quarzsand aber nicht zugänglich ist. 

Hier stieg dann auch die Erinnerung an ein äußerst unangenehmes Erlebnis in mir hoch. Doch die Stelle, an der ich drei Jahre zuvor dank der damals durch den Wald fahrenden Schwerfahrzeuge fast knietief im Schlamm versunken war, ließ sich diesmal zu meiner Erleichterung problemlos passieren. Gleichwohl dauert es eine ganze Zeit, bis man die westliche Seite des Sees hinter mich gebracht hat, zumal Blicke auf das Gewässer nur von einzelnen Stellen aus möglich sind. 

Hinter einem kurzen Stück an der Autobahn entlang beginnt ein linealgerader Feldweg, und beiderseits von kleinen Entwässerungsgräben flankiert, wandert man in das Naturschutzgebiet der Heubachniederung hinein. Schließlich vollzieht der Weg hier einen gewaltigen Bogen um den Bruchteich, den Havichhorstteich und den Oedlerteich. Hier konnte ich heute neben allen erwartbaren Wasservögeln sogar schon die ersten Störche erspähen. 

An einer Bank ließ ich mich dann zu einer Rast verleiten. Hier führt eine kleine Brücke über den Kettbach, hinter dem man in nordöstliche Richtung Kurs auf den Dülmener Wildpark nimmt. Der wird aber nur gestreift, ohne dass man die dortigen Tiere zu Gesicht bekommt. 

Bis die Wohngebiete von Dülmen erreicht werden, steht nun ein eher langweiliger Abschnitt bevor. Er führt an einer (wenn auch ruhigen) Straße entlang, ist aber kaum geeignet, Natur-Enthusiasten vom Hocker zu reißen. Einen Lichtblick gibt es kurz vor dem Ziel noch mit der alten und ehrwürdigen Kreuzkapelle von 1765. 

Aber auch der Bahnhof von Dülmen verdient eine Erwähnung. Denn er ist - wie die allerwenigsten - ein Kreuzungsbahnhof. Während auf seiner unteren Ebene die Züge zwischen Münster und dem Ruhrgebiet verkehren, pendeln sie darüber auf einem um 90 Grad versetzten Gleis zwischen Dortmund und Enschede. 

Insgesamt ist der X5 ein sehr lohnender Weg, der mir neben vielen schon bekannten Gefilden auch neue, und dazu noch überraschend schöne Eindrücke geboten hat. Meinen ersten "X"-Wanderweg hatte ich somit in der Tasche und konnte zufrieden die Heimfahrt antreten.


Höhenprofil

Der Bahnhof von Haltern am See

St. Sixtus

Blick zurück auf Haltern

Das Naturschutzgebiet "Frettholz" kommt in Sicht.

Die Borkenberge wirken zum Greifen nah.

Blick auf die Hohe Mark und den Sendemast auf dem Waldbeerenberg

Lavesum und "St. Antonius"

Der Silbersee I

Der Heubach

Der trockengefallene Oedlerteich

Die Dülmener Kreuzkapelle


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