Der X5 (1) Der Silvertbach und das Herzogstal

Von Recklinghausen bis Haltern am See



Mittwoch,
25.02.2026

Kilometer
17,2

Höhenmeter
↑ 104 / ↓ 163

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Startpunkt

Zielpunkt

Hauptbahnhof Recklinghausen
45657 Recklinghausen

Bahnhof "Haltern am See"
45721 Haltern am See


Dass der sauerländische Gebirgsverein auch im Münsterland, Bergischen Land und dem Ruhrgebiet ein Wegenetz betreibt, mag angesichts der Attraktivität dieser Regionen (gerade für Wanderer) nicht verwundern. Bis ich bei den komplex wirkenden Strukturen des Vereins und dem Wust aus Haupt-, Bezirks- und zwischenzeitlich auch aufgegebenen Wegen aber nur ansatzweise durchblickte, hat es gedauert. 

Was nun die konkrete Projektplanung angeht, stehen vor allem die mit X1 bis X22 benannten Hauptwanderwege des Bezirks "Emscher-Lippe" im Blick. Nicht zuletzt, weil die - im Vergleich zu den meisten Sauerländischen Gefilden - für mich als Ruhrpottler deutlich einfacher zu erreichen sind. 

So nahm ich mir zum Einstieg mit dem X5 eine leichte, aber zugleich auch vielversprechende Tour vor - auch wenn die scheinbare Fantasielosigkeit bei der Namensvergabe für mich noch Gewöhnung erfordert. Dafür ist mir die betreffende Region zwischen Recklinghausen und Dülmen (nicht zuletzt auch dank der dazwischenliegenden Haard) aber schon weitgehend vertraut. 

Ich startete also im Zentrum von Recklinghausen, und es dauert nicht lange, bis das erste X in den Blick kam. Zielstrebig geht es durch das Nordviertel und dabei meist den Oerweg entlang - heraus aus der Stadt. Kurz hinter einem Kreisel strebt der Weg dann ins Grüne, läuft äußerst knapp am Zaun einer Umspannstation vorbei und wendet sich dann nach rechts.

Anfangs ist der Pfad, der hier an einer Hecke entlang über ein Feld führt, noch gut zu erkennen. Das ändert sich aber schnell, und ich blieb etwas ratlos stehen, weil man plötzlich nicht anders kann, als dem Landwirt mitten durch das Gemüse zu laufen. So bleibt die Unsicherheit zunächst bestehen, aber dass man trotzdem richtig liegt, erfährt man erst wieder, wenn man den nächsten Wirtschaftsweg erreicht hat.

Hier breitet sich dann, weithin sichtbar, die gewaltige Haard vor einem aus - und der erfahrene Wanderer weiß gleich den Stimberg an seinem hoch aufragenden Mast, und den Farnberg an seinem Aussichtsturm zu erkennen, der aus den Baumwipfeln hervorlugt.

Der X5 führt nun ein kurzes Stück an der Autobahn entlang und mündet auf den Stenacker. Hier wird es trotz des erhöhten Asphaltanteils spürbar ländlicher, und auch der Verkehrslärm blieb hinter mir zurück. Man überquert den idyllischen Silvertbach und erreicht hinter der Sinsener Straße schließlich den Haardgrenzweg. 

Aber auch ihn überquerte ich nur und betrat mit der Haard - und deutlich bergauf - mein selbsterklärtes "Wanderwohnzimmer". Die nächsten acht Kilometer sollten also ein wahres Heimspiel für mich sein, auch wenn sich der X5 mit seiner Haard-Querung ausschließlich an Hauptwegen bedient. Folglich gab es ein Wiedersehen mit dem Kreuz an St. Johannes und der Nepomuk-Kapelle, dann ließ ich mich auf dem Halterner Weg zum "Dicken Stein" führen.

An dieser Kreuzung biegt man rechts ab und wechselt auf den "Tiefen Weg". Kurz darauf erreicht man in der Nähe des Rennbergs den höchsten Punkt der Etappe und steht auf dem Herzogsweg. Hier aber weist das X statt in Richtung Aussichtsturm nach links. Damit werden nicht nur wieder zahlreiche Höhenmeter kassiert, man nähert sich auch dem Herzogstal, wo zu meiner Überraschung ein Teil der weitläufigen Wiesen eingezäunt wurde und neuerdings grasende Hochlandrinder ein Festmahl genießen. 

Ich ließ dieses liebgewonnene Tal gemütlich an mir vorüberziehen, bevor die Unterführung des Bossendorfer Damms das bevorstehende Ende der Haard-Passage ankündigt. Durch Wohngebiete von Hamm-Bossendorf gelangt man nun zur Kanalbrücke und überquert den Wesel-Datteln-Kanal. Auch die Lippe ist nicht mehr weit, aber ein guter Blick lässt sich erst auf sie werfen, wenn man schon auf der vielbefahrenen Recklinghäuser Straße steht. 

In Haltern angekommen, ist das durch ein Gewerbegebiet bis zum Bahnhof führende Stück nicht mehr wirklich erwähnenswert. Die zweite Etappe dagegen wird auf ihrem weiteren Weg nach Dülmen noch einiges Schöne erwarten lassen :-)


Höhenprofil

Der "Streitwagen" am Campus Blumenthal

Ganz in der Ferne: Der Aussichtsturm auf dem Farnberg in der Haard

Auf dem Stenacker

Der Silvertbach

Ankunft in der Haard

Holthäuser Straße

"Flaesheimer Straße"

Wie ich diesen Waldfrevel hasse...

St. Johannes

Der Heilige Nepomuk

Der Halterner Weg

Am "Dicken Stein"

"Tiefer Weg"

Herzogsweg

Im Herzogstal angekommen

Neue Bewohner :-)

Die Bossendorfer Brücke

Der Wesel-Datteln-Kanal

Die Lippe

Kurz vor dem Bahnhof in Haltern


Fitness-Level