Startpunkt
Zielpunkt
Hauptbahnhof Oberhausen
Willy-Brandt-Platz 1
46045 Oberhausen
Tram-Haltestelle
"Eisenheim"
46117 Oberhausen (Eisenheim)
Auch der dritte "Urban.Trail", mit dem meine heutige Wahl auf Oberhausen fiel, überraschte mich äußerst angenehm. Zugleich liefert er einen weiteren Beleg für die unglaubliche Veränderung, die das Ruhrgebiet seit dem Beginn des Strukturwandels immer noch in Atem hält.
So hatten mich die Zustände im Oberhausener Stadtteil Osterfeld während eines Besuchs im Jahr 2014 derart entsetzt, dass ich abends ins Tagebuch schrieb, in so einem Viertel nicht mal tot über den Zaun hängen zu wollen. Doch jetzt - zwölf Jahre später - sorgen die Eindrücke des Urban.Trails zumindest in seinem Einflussbereich für ein umso erfreulicheres Erlebnis.
Der Hauptbahnhof als Ausgangspunkt befindet sich noch in Blickweite, da beginnt der Berliner Park eine Aneinanderreihung von grünen Oasen - und das mitten im Stadtzentrum. Während der Wilhelm-Meinicke-Park immerhin von der anderen Straßenseite herüber grüßt, durchqueren wir den Grillopark unmittelbar und erhaschen dabei einen Blick auf das Oberhausener Rathaus. Der Königshütter Park wird wieder nur am Rande gestreift, und der "John-Lennon-Platz" wirkt geradezu verwildert.
Bevor es dann auf der anderen Seite der B 223 in den Brücktorpark geht, bietet der alte Wasserturm ein lohnendes Fotomotiv. Später führt ein schmaler Pfad zwischen versteckt liegenden Schrebergärten hindurch, bis man plötzlich vor der Knappenhalde steht. Der Urban.Trail folgt ihr zwar nicht ganz bis nach oben, doch die Sicht vom Aussichtsturm, wo Gasometer, Centro und Halde Haniel ein tolles Panorama-Ensemble bilden, ist lohnenswert.
Während des Abstiegs von der Knappenhalde geht es zum Teil über Stufen, und der Weg verjüngt sich stellenweise bis zum Singletrail. Unten angekommen, stellt der Annemarie-Renger-Weg dann die Verbindung zu einer Fuß- und Radwegtrasse her, die zielstrebig auf die nördliche Seite der Bahngleise führt. Hier ist der Gleispark Frintrop, und damit das Essener Stadtgebiet, vorübergehend nur noch wenige Schritte entfernt.
Unser Weg dagegen wendet sich nordwärts in den nicht weniger schönen Gehölzgarten Ripshorst hinein, wo Sonne und goldenes Herbstlaub heute für faszinierende Farbspiele sorgten. Ein kleiner Schlenker führt an Haus Ripshorst und die Ripshorstbrücke vorbei und dann in Sichtweite des Zauberlehrlings, dem tanzenden Strommast, in einen baumreicheren Teil des Gehölzgartens zurück.
Nun wird der Rhein-Herne-Kanal kurz zum Begleiter. Wir umrunden die Marina und werden bald auf die Tausendfüßler-Brücke geführt, die den Kanal, die Emscher und schließlich noch die A 42 überspannt. Eines der originellsten Wegstücke ist dann ein alter Betonsteg, der mitten über das einstige Klärbecken der Zeche Osterfeld führt. Was früher eine Kloake war, ist heute die Heimat vieler Wasservögel.
Mit der Durchquerung des OLGA-Parks nähert sich der Weg langsam seinem Ziel, die Siedlung Eisenheim. Sie gilt als die älteste Arbeitersiedlung des Ruhrgebiets und wäre ohne die zahlreich abgestellten Autos ein tolles Fotomotiv.
Bis zum Bahnhof Eisenheim sind es nur wenige Schritte, und die für Tram und Busse gleichermaßen konzipierte Trasse sorgt für eine zügige Rückfahrt in Richtung Hauptbahnhof.
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