Der Sieghöhenweg XS (10) Die Auenwelt der Siegmündung

Von Troisdorf bis Mondorf



Montag,
12.10.2026

Kilometer
12,3

Höhenmeter
↑ 19 / ↓ 23

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Startpunkt

Zielpunkt

Bushaltestelle "Aggerbrücke"
53840 Troisdorf

Bushaltestelle "Ahrstraße"
53859 Niederkassel (Mondorf)


Wenn es einen Punkt gibt, an dem der "Nördliche Sieghöhenweg" seinen Wesens-Charakter kolossal ändert, ist es (im Gegensatz zu meiner ersten Annahme) nicht der Lohmarer Wald, sondern - tatsächlich! - erst die Aggerbrücke in Troisdorf. Denn dort, wo ich zufälliger Weise auch genau meine Schnittstelle zwischen vorheriger und dieser letzten Etappe ansetzte, verwandelt sich das bisherige Potpourri aus Pfaden und Forstwegen, schweißtreibenden Anstiegen und wild zugewachsenen Stellen in eine leichtfüßig zu bewandernde Flussauenidylle. Und die konditionsgeprägten Landschaftsbilder von Siegerland, Westerwald und Bergischem Land weichen den Ebenen der Niederrheinischen Bucht. 

Das erste Stück steht dabei noch im Zeichen der Agger, bis sie nach zwei Kilometern an einer leider nur schwer einsehbaren Stelle in die Sieg fließt. Zunächst führt der Weg nun unmittelbar weiter neben ihr her, auch wenn gute Blicke auf den Fluss und die Möglichkeiten, ans Wasser vorzudringen, rar dabei bleiben. 

Kurz vor der Unterquerung der A 59 beginnt sich die Sieg dann nach links abzuwenden und der Deich, an dessen Fuß wir uns befanden, nach rechts. Während letzterer schon bald zurückkehrt, wird die Sieg aber erst an ihrer Mündung wieder in Erscheinung treten.

Der Sieghöhenweg folgt nun zunächst für drei Kilometer der Deichkrone. So geht der Blick nach vorne zumindest gefühlt ins Endlose, doch seitwärts halten die Siegauen immer wieder, und der "Siebengebirgsblick" immerhin punktuell eine willkommene Abwechslung vor. 

Zu Füßen des Deiches nähert man sich dem zu Troisdorf gehörenden Müllekoven. Hier zeugt dann ein einsam übermaltes, aber trotzdem gerade noch zu entzifferbares "XS" als wohl einzig verbliebener Hinweis auf dieser Etappe davon, dass der "Nördliche Sieghöhenweg" einst hier entlanggeführt hat. So gut wie alle anderen Zeichen - und das fiel mir ja schon seit Windeck auf - wurden in dieser Region weitgehend entfernt. Und wie zur Bestätigung durchflutete mich das wohltuende Gefühl der Genugtuung, dass das gesamte fragwürdige Bemühen, diesen überaus spannenden Wanderweg aus dem Bewusstsein zu verbannen, zumindest in meinem Fall nichts gebracht hat. 

Und genau dieser Wanderweg tritt nun in seine finale Phase. Er führt zwischen weiteren Außenbezirken von Troisdorf und einem idyllischen Altarm der Sieg, dem "Diescholl", entlang. Der ist zunächst durch die üppige Vegetation kaum zu erkennen. Aber das ändert sich, sobald man die Treppe neben dem Fischereimuseum abgestiegen ist und unmittelbar in das eigentliche Schutzgebiet der Siegmündung eintritt. 

Alte und hochgewachsene Bäume säumen die letzten Meter, die den Wanderer jetzt noch von der Siegmündung trennen. Und dann ist sie auf einmal da. Zumindest das, was die extreme Regenknappheit der vergangenen Monate bis jetzt noch von ihr übrig ließ. Ich schlenderte durch das in weiten Teilen ausgetrocknete Flussbett und versuchte mir vorzustellen, wie breit und mächtig die Sieg hier noch im Frühjahr in den Rhein abgeflossen sein mochte, und es hoffentlich schon bald wieder tut. 

Doch unabhängig davon stand ich am Ziel. Und dachte schmunzelnd an das kleine tröpfelnde Rinnsal, das mir anfangs auf dem Kamm des Rothaargebirges aus moosbewachsenen Felsen entgegengetreten war. Wo es sich - wie ich - auf seinen eigenen Weg gemacht hat. Eine traumhafte Reise, die erst hier und jetzt zu Ende ging.


Höhenprofil

Die Agger am Zufluss des Mühlengrabens

Vorne die Agger, hinten die Sieg

Mehrfach sind schöne Blicke auf die Sieg möglich.

Kilometerweit der Deichkrone entlang

Blick auf Sieglar

Der "Siebengebirgsblick" wird seinem Namen gerecht.

Die verbleibende Distanz bis zum Rhein wird mehrfach angezeigt.

Gerade noch zu erkennen: Ein übermaltes Markierungszeichen

Auf dem Nachtigallenweg

Das Fischereimuseum Bergheim

Blick auf den "Diescholl", einem Altarm der Sieg

Die letzten Meter auf dem Weg zur Siegmündung

Auch die Sieg leidet unter extremem Niedrigwasser

Blick auf die Mündung

Das Ende des "Nördlichen Sieghöhenwegs"

Auch auf der Karte wird das extrem ausgetrocknete Flussbett deutlich.


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