Hauptwanderweg des SGV "Emscher-Lippe" (Lippramsdorf -> Sythen)
Startpunkt
Zielpunkt
Bushaltestelle "Lippramsdorf Mitte"
45721 Haltern am See (Lippramsdorf)
Bahnhof "Sythen"
45721 Haltern am See (Sythen)
"Hohe Mark? Da bist du doch schon tausend Mal gewesen". Sichtlich irritiert war mein Schatz, als er mich kurz vor dem Aufbruch nach meinem heutigen Ziel gefragt hat. Aber wer die Region und ihr weit über die Grenzen des gleichnamigen Naturparks hinausgehendes Wanderpotential kennt, den zieht sie folgerichtig auch immer wieder in ihren Bann.
Mein Plan von heute sah einen weiteren Hauptwanderweg aus der SGV-Abteilung "Emscher-Lippe" vor. 22 an der Zahl, durchziehen die mit einem X markierten Routen fast sämtliche Landstriche des nördlichem Ruhrgebiets und südlichen Münsterlands. Auf der Karte übereinander gelegt, wirken sie aufgrund ihrer Dichte wie ein bizarres Strickmuster. Schon deshalb wird es für mich noch viele weitere plausible Gründe für eine Rückkehr geben.
Meine heutige Wahl fiel auf den "X20". Der führt von Lippramsdorf nach Sythen und lässt sich mit seinen 20 Kilometern an einem Stück bewältigen. Mit der Buslinie 298 kommt man vom Bahnhof "Haltern am See" stündlich zum Startpunkt.
Nachdem die Bäckerei gleich neben der Haltestelle in Lippramsdorf dazu verführt hat, sich trotz des eigenen Proviants mit noch weiteren Leckereien zu versorgen, strebt der Weg zielstrebig aus dem Ort heraus in nördliche Richtung. Die Überquerung der B 58 sollte sich hierbei als das mit Abstand größte Problem erweisen. Denn als Teil einer geradezu kolonnenartigen Blechlawine im Berufsverkehr tendieren nun mal die Allerwenigsten dazu, auf einen am Straßenrand wartenden Wanderer Rücksicht zu nehmen.
Auf der anderen Seite entspannt es sich aber gleich wieder. Und wie man es typischerweise aus diesen Landstrichen kennt, wechseln sich asphaltierte Feldwege mit unbefestigten Waldpassagen ab. Die Tannenberg-Kapelle am Wegesrand ist dann ein echter Ankerpunkt. Sie trat 1962 an die Stelle eines bereits 1614 erwähnten Vorgängerbaus und ist der Heiligen Anna gewidmet.
Nördlich von Tannenberg tritt man in das Waldgebiet ein, das als die eigentliche Herzkammer der Hohen Mark gilt. Dabei bleibt man östlich der Granatstraße und kommt unter anderem auch an den geheimnisvollen "Hexenbuchen" vorbei. Anschließend beginnt die Steigung auf den Waldbeerenberg. Mit 146 Metern ist er die höchste Erhebung in der Hohen Mark und zugleich Standort des Fernmeldeturms Haltern.
Auf den nächsten zwei Kilometern führt der Weg wieder kontinuierlich bergab und steuert auf den jenseits der Rekener Straße liegenden "Ketteler Hof" zu. Während es im Wald trotz der aktuellen Herbstferien außer mir menschenleer war, platzte der Parkplatz des kostenpflichtigen Freizeitgeländes aus allen Nähten. Verstehe das wer will - ich jedenfalls sah zu, dem unangenehmen Gewimmel schnell zu entfliehen.
Hinter dem Areal führt ein grasbewachsener Pfad einen Hang hoch, bevor es über Wirtschaftswege, auf denen es an Weitsichten nicht mangelt, in Richtung Lavesum geht. Der kleine Ort ist schnell durchquert. Dann übernimmt ein schöner, teils von Bäumen gesäumter Grasnabenweg bis zu jener Stelle, wo der X20 auf den X5 trifft. Aber nicht nur das: Auch meine Erinnerung an eine überaus abenteuerliche Erkundung aus früherer Zeit, bei der ich plötzlich bis zu den Knien im Schlamm steckenblieb, kam wieder zurück.
Immerhin: Genau dieser damaligen Tour war es zu verdanken, dass mir der restliche Weg bis nach Sythen vertraut war. Er führt überwiegend durch die bewaldeten Gebiete der WASAG-Moore und Mergelkuhlen, bevor sich die Bäume lichten und am entgegengesetzten Ende der einsetzenden Felder die ersten Häuser von Sythen sichtbar werden.
An der Kapelle zur "Heiligen Familie" vorbei gelangt man in den Ort und auch zum Bahnhof. Hier endet der Weg offiziell. Da eine abweichende Version seiner Route aber darüber hinaus bis zum Wanderparkplatz Linnert reichte und ich die Zeit bis zum Eintreffen meines Zuges noch besaß, nahm ich den 600 Meter langen Schlenker sicherheitshalber noch mit :-)
Höhenprofil