Essener Ortswanderweg "Bredeney -> Holsterhausen"



Dienstag,
29.09.2026

Kilometer
19,1

Höhenmeter
↑ 235 / ↓ 300

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Startpunkt

Zielpunkt

Tram-Haltestelle "Bredeney"
45133 Essen (Bredeney)

Tram-Haltestelle "Halbe Höhe"
45147 Essen (Holsterhausen)


Von Bredeney nach Holsterhausen? Das sind doch gerade mal vier Kilometer! will der Ortskundige sofort einwenden. Weit gefehlt, denn mit einem äußerst ausgefallenen Verlauf folgt der heutige Wanderweg seinem eigenen Gesetz. 

Von der Essener Tram-Haltestelle "Bredeney" aus ist sein erster Kilometer mit dem des "Anna-Linder-Wegs" identisch. So traf ich erneut auf jenen malerischen Tümpel, bei dessen Anblick ich schon seinerzeit ins Schwärmen geriet. Dort allerdings trennen sich beide Routen dann auch. 

Entsprechend wurde ich diesmal durch das sogenannte "Brucker-Holt-Viertel" geleitet. Einer ziemlich exklusiven Wohnsiedlung, in die sich scheinbar die hochkarätigsten Wirtschafts-, Finanz- und Macht-Eliten zurückgezogen haben. Und schnell will sich beim Anblick der meterhohen Mauern und Hecken der Eindruck aufdrängen, dass man sich hier nicht einmal mit der im restlichen Bredeney zahlreich vertretenen Hochsolvenz identifiziert und auch vor ihr seine Ruhe haben will. Wie zur Bestätigung lässt sich selbst auf manch öffentlichem Gehweg kaum ein Schritt tun, ohne dabei in den Blickwinkel einer der vielen privaten Überwachungskameras zu geraten. Allen, die in der Datenschutz-Grundverordnung eine positive Errungenschaft sehen, dürfte hier schwarz vor Augen werden.

Mir selbst sind solche Maßstäbe piepe. Denn wie sehr das einfache Wanderleben in der Lage ist, rein monetär geprägte Daseinsformen zu überstrahlen, wird (als ein gutes Beispiel) schon beim Überqueren des Aseybachs deutlich. Hier, wo Bredeney an Schuir grenzt, findet man sich unvermittelt zwischen sanft gewellten Wiesen und Weiden wieder, während die Höfe von Ober- und Unterwallney vorüberziehen und auch den grasenden Pferden der schnöde Mammon ziemlich egal zu sein scheint.

Dann gesellt sich der Schuirbach an die Seite des Wegs, auch wenn er zunächst noch unsichtbar bleibt. Dafür tritt er später - etwas weiter talabwärts - um so schöner in Erscheinung und schlängelt sich auf einer Wiese kurvenreich an mehreren Baumgruppen vorbei. Von der anderen Seite aus (und der dortige Weg ist nur ein Steinwurf entfernt) wird man diesem idyllischen Tal in nur einer Stunde nochmals begegnen.

Zunächst treffen wir im Ruthertal den am tiefsten gelegenen Punkt dieser Tour. Schon steht logischer Weise wieder ein Aufstieg bevor - und der hat es einigermaßen in sich. Während seine Intensität mehrfach wechselt, reicht er gleichwohl über den malerischen Ruhrblick hinweg und nimmt (nach ziemlich genau einem Drittel der Strecke) einen eklatanten Richtungswechsel von nahezu 180 Grad vor, um sich dann in Gegenrichtung bis nach "Kettwig auf der Höhe" fortzusetzen.

Von dort führt der Weg über die Kamisheide - samt eines eindrucksvollen Panoramablicks - wieder zurück ins schattige Schuirbachtal hinunter. Hier präsentiert sich das malerische Gewässer diesmal von der westlichen Seite, und die ansonsten spätsommerlich milde Luft kühlt noch einmal spürbar ab. Das fröstelnde Gefühl legt sich aber, sobald es an den nächsten Aufstieg geht. Der zieht sich bis zur Meisenburgstraße hin - und damit bis an die Grenze zu Mülheim. 

Für anderthalb Kilometer hat man Essens Nachbarstadt nun unmittelbar an seiner Seite. Währenddessen durchquert man das Tal der Rossenbeck, wandert an Roßkothen vorbei und beginnt, sich dem Flughafen Essen/Mülheim zu nähern. Mit etwas Glück ist der Zeppelin zu erspähen, sein riesiger Hangar jedenfalls ist omnipräsent. 

Die bislang ländlich geprägten Gefilde von Haarzopf wandeln sich nun zunehmend ins Urbane. Mehrere Kleingartenvereine auf kurzer Distanz und die hinter dem Steinbach unmittelbar einsetzenden Wohngebiete sprechen eine deutliche Sprache. Nur die "Haarzopfer Mark", von der als einzig verbliebener Rest der kleine Birker Busch zeugt, ist eine Ausnahme. So folgt nun ein Wohnviertel auf das andere, bis man schließlich auf der Margarethenhöhe angekommen ist. 

Hier macht sich der Weg auf seinen letzten anderthalb Kilometern einen Teil jenes Waldgürtels zunutze, der diesen an sich wunderschönen Essener Stadtteil umgibt - wäre da nicht die Kulisse unzähliger parkender Autos, die das Gesicht dieser historischen Gartenstadt nahezu flächendeckend verschandeln. 

Auf die Tour selbst lässt sich aber durchweg positiv zurückblicken. Denn sie bestätigt ein weiteres Mal eindrucksvoll, wie landschaftlich schön, aber auch höhenmeterreich der Essener Süden geprägt ist. 


Höhenprofil

Auf dem Walter-Sachsse-Weg

Ein idyllischer Tümpel im Wald

Im Brucker-Holt-Viertel

An der Grenze von Bredeney zu Schuir

Oberwallney

Im Tal des Schuirbachs

Im Ruthertal

Am einem der Kettwiger Ruhrblicke

Kettwig auf der Höhe

Über die Kamisheide geht es zurück ins Schuirbachtal

Am Buchholzhof auf der Meisenburgstraße

Im Tal der Rossenbeck

Blick auf Roßkothen

Den Zeppelin erspäht

Hangar des Zeppelins

Im "Birker Busch"

Der Kesselbach

Am Sommerburgteich

Auf den letzten Metern zum Trailhead in Holsterhausen


Fitness-Level