Start- und Zielpunkt
Hauptbahnhof Hagen
58089 Hagen
Die neu geschaffenen "Urban.Trails" hatten schnell meine Neugier geweckt. Heute entschied ich mich dann, mit dem Abwandern dieser "Ruhrgebiets-Landstreifer" zu beginnen.
Für die Premiere fiel meine Wahl auf Hagen. Zum einen, weil die knapp elf Kilometer lange Runde einen verhältnismäßig hohen Waldanteil erwarten ließ und angesichts ihrer Nähe zum Märkischen Teil des Sauerlandes auch das mit Abstand anspruchsvollste Höhenprofil aller bisher veröffentlichter Routen versprach.
Dank ihrer auffälligen Gestaltung entdeckte ich schon am Hagener Hauptbahnhof von weitem das erste Markierungszeichen, und die Beschilderung blieb während der gesamten Tour absolut zuverlässig.
Das, was der Name des Trails schon vermuten ließ, wird schnell erkennbar: Es dreht sich bei weitem nicht nur um Idylle. Denn gerade die Facetten des Ruhrgebiets - ihr Erbe, der Strukturwandel und viele kulturelle Eigenheiten - werden schon auf diesem Rundweg eine spannende Symbiose zur Natur bilden. Aber auch die kommt - gerade auf dieser Tour - nicht zu kurz.
Zu Beginn führt die Route an ersten Streetart-Hotspots und dem Bunkermuseum vorbei. Der anschließende Stadtgarten wirkt dann fast wie eine Pufferzone in die große Schrebergartenkolonie "Goldberg" hinein. Und die ist nicht nur weitläufig, sondern auch so hanglagig, dass man schnell von der erreichten Höhe überrascht ist und sich ein toller Blick über große Teile von Hagen schweifen lässt.
500 Meter weiter, und man hat den Goldberg erklommen. Hier lichtet sich der Wald kurz, aber der aussichtsversprechende Bismarckturm ist leider nur sporadisch geöffnet. Im Klartext: die Tür war zu.
Ich ging weiter und war schnell wieder von Bäumen umgeben. Eine abwechslungsreiche Strecke durch ein Tal führt zur nächsten Erhebung, wobei die Passage auf dem "Aloys-Brinkmann-Weg" zweifellos die idyllischste ist. Der Asphaltabschnitt auf die 285 Meter hohe Egge hinauf war dann weniger schön, aber dafür umso steiler.
Oben angekommen, entpuppte sich der Eugen-Richter-Turm ebenso als geschlossen, genau wie die benachbarte Volkssternwarte. Letztlich egal, dachte ich, denn immerhin versprach mir die Karte, dass der Wald noch eine ganze Weile anhalten würde.
Naturgemäß ging es ab hier aber wieder bergab. Hinter einer scharfen Biegung öffnet sich der Blick in die Weite. Und er sorgt zugleich für Erstaunen, auf welcher Höhe man sich befindet. Dennoch führt der Weg nun zügig ins Tal - und damit bewusst zurück in den urbanen Teil.
Den Anfang macht die "Kampfbahn Klutert". Wo früher bei Wettkämpfen geschwitzt wurde, wuchert heute das Gras zwischen den Ruinen einstiger Gebäude. Und um seinem Namen gerecht zu werden, führt der Trail nicht um das Gelände herum, sondern - man staune - direkt über den Platz. Damit hebt er sich klar von anderen urbanen Routen ab, die "Lost-Place"-Areale in der Regel allenfalls am Rande berühren.
Auf seinen letzten Kilometern zum Bahnhof zurück widmet sich der Weg dem Ortsteil Wehringhausen - "Hagens urbane Seele" oder auch das "Kreativquartier", wie die Ruhr-Tourismus auf ihrer Homepage schreibt. Auf jeden Fall warten hier wieder viele lohnende Fotomotive, von denen die mächtige Pauluskirche nur eines ist.
Als Fazit kann ich guten Gewissens sagen, dass die Runde ihrem Ruf als "urbaner Streifzug" absolut gerecht wird. Und für mich ein anregender Auftakt war für alle "Urban.Trails", die noch folgen.
Höhenprofil
Fitness-Level