Von Haaren bis Vaalserquartier
Startpunkt
Zielpunkt
Friedhof Haaren
In den Atzenbenden
52080 Aachen (Haaren)
Bushaltestelle "Vaals Grenze"
52074 Aachen (Vaalserquartier)
Mit einer fulminanten Hitzeschlacht erreichte unser Wanderabenteuer rund um Aachen heute seinen Höhepunkt. Um die moderaten Frühtemperaturen möglichst auszunutzen, waren wir trotz überschaubarer Parkplatzkapazitäten mit dem Auto nach Haaren gefahren. Glücklicherweise wurden wir in der Nähe des Friedhofs noch fündig und konnten (anstelle der Busstation "Am Haarberg") von hier losziehen.
Dass man auf diese Weise mit der Wohnstraße "Am Kaninsberg" (zumindest offiziell) einen 200 Meter langen Teil des Gipfelsteigs verpasst, lässt sich angesichts der örtlichen Gegebenheiten getrost vergessen. Mit dem "Alten Kaninsberg" aber, der wenig später aus der Bebauung heraus in die Felder führt und dabei nach Würselen wechselt, sieht das schon ganz anders aus.
Das goldene Morgenlicht der tiefstehenden Sonne schuf eine stimmige Atmosphäre, während wir größtenteils unbefestigten Wegen folgten. Es mischen sich aber auch Passagen darunter, die an Ackerrändern vorbei oder durch hochgewachsenes Gras führten und dabei kaum als solche zu erkennen waren.
Auch jenseits der B57 blieb das so, nachdem uns ein Anstieg bei Scherberg zwischendurch kurz ins Schnaufen gebracht hatte. Darauf, dass die gewonnenen Höhenmeter aber schon bald wieder (und das in einer unerwartet abenteuerlichen Weise) kassiert werden, deutete an dieser Stelle noch nichts hin.
Aus dem Weg wurde ein Pfad, und schnell sahen wir uns wieder von Bäumen umringt. Hier folgt dann ein ziemlich hochkarätiger Abschnitt, der in mehreren Kehren den steil abfallenden Hang ins Meisbachtal überwindet. Hartnäckige Dornenranken und querliegende Bäume sind zu bewältigen, vor allem aber fordern die ausgetretenen Stellen nahe der Hangkante ein gewisses Maß an Geschicklichkeit. Und sie lassen tatsächlich Zweifel aufkommen, ob die Schöpfer der Route wirklich jemals hier entlanggewandert sind - oder bei der Streckengestaltung nur vor "OpenStreetMap" gesessen haben. Ich selber stufe solche Passagen klar als bereichernd ein. Aber gibt eben auch Leute, die mit derartigen Herausforderungen ihre Probleme haben.
Nach einer Weile entspannte sich die Lage. Die Hindernisse wurden weniger, und ein zu normalen Verhältnissen zurückkehrendes Pfädchen leitet zur "Wolfsfurth". Dort, wo Meisbach und Wurm überquert werden, passiert man den tiefsten Punkt des gesamten Rundweges und gelangt zugleich von Würselen nach Aachen zurück.
Durch üppigen Farn, dann zwischen eingezäunten Weiden hindurch, erreichten wir nach einer kurzen Steigung den "Blauen Stein". Der aus Aachener Blaustein gefertigte Obelisk wurde 1810 aufgestellt und markiert den südlichen Rand des Paulinenwäldchens.
Der Ort Berensberg gehört zu Herzogenrath. Von der Kirche aus führt ein heckengesäumter Pfad zurück in die von Weiden geprägte Hochlandschaft, während das holprige Kopfsteinpflaster auf dem Weg zumindest für Wanderer originell wirkt.
Mit dem Erreichen von Richterich waren wir ein letztes Mal nach Aachen zurückgekehrt. Ein Kurs mit zahlreichen kleinen Richtungswechseln führte uns durch den Ort und auf die südliche Seite der A4, wo Laurensberg beginnt. Im Schatten der St. Laurentius-Kirche lässt es sich gut rasten. Aber der Versuch, den eindrucksvollen Bau auf ein Foto zu bekommen, ist schwieriger als gedacht.
Bevor der Aachener Gipfelsteig bei Vaals an sein Ende kommt, präsentiert sich der "Herzogsweg" als das letzte hochkarätige Highlight. Denn der Höhenweg lädt auf seinen drei Kilometern immer wieder dazu ein, zahlreiche Fernblicke in die weite Landschaft zu werfen - auch wenn sich das monströse Gebäude der Uni-Klinik dabei nicht ausblenden lässt.
Südlich des Schneebergs erkennt der aufmerksame Wanderer dann, dass er sich auf der Route des "Dutch Mountain Trails" befindet. Klar, dass meine begeisternden Erinnerungen an dieses Wanderabenteuer prompt zurückkehrten.
Die finalen Meter des Gipfelsteigs dagegen folgen noch einmal ziemlich genau der Deutsch-Niederländischen Grenze. Darauf deuten auch die im Boden eingelassenen Wappen der Nachbarstädte Vaals und Aachen hin. Dann - ohne dass sie sich groß angekündigt hätte - standen wir plötzlich wieder am Grenzübergang der Vaalser Straße. Hier schloss sich der Kreis - hier hatten wir Aachen komplett umwandert.
Als Fazit kann ich für den 52 Kilometer langen "Aachener Gipfelsteig" eine klare Empfehlung ausgeben. Auch wenn ihm - als einziger Wermutstropfen - die Ausschilderung fehlt. Aber das, lieber DAV, lässt sich ja noch nacharbeiten.
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Fitness-Level