Der Sieghöhenweg XS (3) Die Freusburg und der Brühlkopf

Von Mudersbach bis Kirchen



Donnerstag,
16.07.2026

Kilometer
13,1

Höhenmeter
↑ 359 / ↓ 384

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Startpunkt

Zielpunkt

Bahnhof "Mudersbach"
57555 Mudersbach

Bahnhof "Kirchen"
57548 Kirchen (Sieg)


Kurz, nachdem ich am Bahnhof von Mudersbach zur dritten Etappe aufgebrochen war, fiel mir neben dem gewohnten "X " erstmals auch das Markierungszeichen des "Natursteigs Sieg" ins Auge. Und natürlich spürte ich beim Anblick des weiß-blauen Logos wieder jenes Kribbeln, das immer genau dann einsetzt, sobald sich ein solches, mutmaßlich hochkarätiges Wanderabenteuer empfiehlt. Doch weil die seit Jahren diskutierten Anschluss-Etappen bis zur Siegquelle immer noch nicht realisiert sind, haftet dem Vorzeigeweg bis heute eben auch der Makel des "Unvollendeten" an.

Weitere Punkte, mich stattdessen für den alten Sieghöhenweg zu entscheiden, waren sein quasi auf "Null" stehender Bekanntheitsgrad und ein im Vergleich unkalkulierbareres, doch dafür auch höheres Abenteuerpotenzial, das vergessene und nicht mehr gepflegte Wanderrouten - im Gegensatz zu etablierten Wegen - mit sich bringen. Aber man sollte (wie im Fall des Pfannenbergs bei Etappe 2) eben auch auf Enttäuschungen vorbereitet sein. 

Durch Mudersbach jedenfalls laufen beide Wege parallel. Und schon folgt der erste Anstieg. Aus dem Ort heraus, an Wiesen und Weiden vorbei und in den Wald hinein, wo ein spannungsgeladener Wildschutzzaun etwas Fingerspitzengefühl erforderte. 

Nach etwa drei Kilometern trifft man im Giebelwald auf den Erzquell-Stollen, der mehrere hundert Meter in den Berg führt. An der dortigen Weggabelung trennen sich die beiden Wanderwege. Während der "Natursteig Sieg" einen weiter bergwärts führenden Pfad folgt, bleibt der "XS" für die nächsten zweieinhalb Kilometer auf dem moderateren Forstweg, mehrere schöne Aussichtspunkte inklusive. 

Dann beginnt wieder einer jener Abschnitte, für die ich den "XS" schnell lieben gelernt habe. Und denen man anmerkt, dass sie nur noch äußerst selten begangen werden. Es ist ein Weg, der entlang eines namenlosen Bächleins in ein scharf eingeschnittenes Tal hinunter führt und dabei in kurzer Zeit viele Höhenmeter hinter sich lässt. Vielerorts kitzelte mich das hochgewachsene Gras, doch
ich spürte zugleich auch das mulmige Gefühl, im Fall einer unpassierbaren Passage irgendwo vor mir das ganze Stück bis zur Hauptweg-Gabelung wieder hochgehen zu müssen. 

Letztlich erwies sich die Sorge als unbegründet - spätestens, als ich auf die nächste Abzweigung stieß und eine schöne Rasthütte vor mir erblickte. Hier gönnte ich mir dann auch eine Pause und ließ mir mein Frühstück schmecken. 

Das Plätschern des Vollmersbachs begleitete mich dann bis in das nahegelegene Freusburg. Ein kleiner Ort, der sich seinen Namen mit der über ihm thronenden Burganlage teilt. Und sogleich konnte ich meine gerade erst zurückgewonnene Kraft wieder einsetzen. Denn die zur Freusburg hochführende Straße mit ihrer 22-prozentigen Steigung entpuppte sich als der noch harmlosere Abschnitt, dem ein wesentlich anstrengenderer Teil über einen steinigen Berghang folgt. Hier trifft man ein weiteres Mal auf den "Natursteig Sieg" - der einem kurioserweise aber in umgekehrter Laufrichtung entgegenkommt. 

Wie zur Belohnung für den mühsamen Aufstieg stellt sich die Burganlage samt ihrer Aussichten als ein lohnenswertes Zwischenziel heraus. Doch wer damit denkt, die Höhenmeter hinter sich zu haben, wird - kaum aus dem Ort heraus - eines Besseren belehrt. Es zieht sich nämlich noch ganze zwei Kilometer dahin, bis man den Brühlkopf hinter sich hat und es wirklich konsequent abwärts geht. 

Die asphaltierte Strecke nach Kirchen hinunter ist dann auch nicht wirklich mehr ein Highlight. Und ich war angesichts der zunehmenden Wärme froh, erneut früh genug aufgebrochen zu sein, um die angenehmste Wanderzeit des Tages nutzen zu können :-)


Höhenprofil