Von Heidhausen bis Kettwig
Startpunkt
Zielpunkt
Bushaltestelle "Grenze Heidhausen"
45239 Essen (Heidhausen)
S-Bahnhof "Kettwig"
45219 Essen (Kettwig)
"Kann man einer 30 Jahre alten Wegbeschreibung auch heute noch folgen?" war die zentrale Frage dieses Wanderprojekts. Und nachdem es lange so ausgesehen hatte, als würde die Sache bis zum Ende gutgehen, kam heute, kaum dass ich losgegangen war, der erste Dämpfer. Es sollte der einzige bleiben, doch das Schild "Zutritt und Zufahrt nur für Berechtigte!" erklärte auf dem Bützgen´s Weg selbst Wanderer für unerwünscht. Auch wenn man nichts Böses im Sinn hat und sich in dieser Rolle für gewöhnlich auch für berechtigt halten mag: kommt euch in so einer Situation (und dann auf Privatgrund) erst einmal ein bissiger Hund entgegen, zieht ihr definitiv den kürzeren.
Anstatt es also darauf ankommen zu lassen, ging ich kopfschüttelnd die 200 Meter zurück und fand über das Gelände eines benachbarten Gartencenters einen alternativen Zugang auf den "Korstick". Von diesem Wirtschaftsweg zweigt schon bald ein Waldpfad ab, der sich ins malerische Oefter Bachtal hinunter schlängelt. Und das an dieser Stelle noch sehr kleine, aber äußerst idyllische Fließgewässer wird uns an späterer Stelle noch ein zweites Mal begegnen.
Aus dem Tal herausgestiegen, traf ich auf hügelige Wiesen und tolle Weitblicke. Wo Tüschener Weg, Honnschaftenstraße und der Geilinghausweg zusammentreffen, folgte ich letzterem, bis ein kaum sichtbarer Pfad nach links abgeht. Wieder ein Privatweg, auf dem Wanderer allerdings willkommen sind.
Während linkerhand für kurze Zeit die Gebäude der Ruhrlandklinik sichtbar werden, wendet sich der Weg mit deutlichem Gefälle erneut in das bewaldete Tal der Oefte hinab, das hier unter Naturschutz gestellt ist. Zugleich trifft unser Weg dann auch mit der Route des Kettwiger Panoramasteigs zusammen.
Wieder folgen spürbare Höhenmeter, doch als Belohnung für die Mühe kehren auf dem erreichten Höhenzug auch die Aussichten zurück. Man erreicht das zu Heiligenhaus zählende Isenbügel und bewegt sich damit noch einmal kurzzeitig höchst offiziell durch das Bergische Land. Die "Laupendahler Höhe" gehört aber schon wieder zu Kettwig, ebenso wie die Fachklinik Rhein-Ruhr, über deren Gelände der Weg in die südlichen Steilhänge oberhalb des Kettwiger Stausees findet.
Gerade jetzt ließen sich dank des winterlich kahlen Geästs schöne Blicke in das Ruhrtal werfen. Dann bekommt es der Wanderer mit dem letzten Abstieg zu tun. Der führt über den "Klipperweg" nach Laupendahl hinunter, von wo aus die zwei finalen und urban geprägten Kilometer bis ins Kettwiger Zentrum zurückführen. Genau genommen war es die Fußgängerbrücke am Mühlengraben, wo sich für mich der insgesamt 95 Kilometer lange Weg rund um Essen schloss.
Als Fazit bleibt nichts anderes als eine klare Weiterempfehlung. Berücksichtigt man meine Etappen-Einteilung, ist der Weg auch gut mit dem ÖPNV erreichbar. Und der stete Wechsel aus Industriekulissen, Pott-Romantik und atemberaubender Natur sorgt für ein spannendes Kontrastprogramm.
Vereinzelt gab es Abschnitte, für die sich im Vergleich zur 30 Jahre alten Vorlage inzwischen auch schönere Alternativen finden lassen. Davon abgesehen lohnt sich dieser Rundweg aber allemal. Aus meiner Sicht hätte er eindeutig auch ein eigenes Markierungszeichen verdient.
Aber wer weiß: Was heute nicht ist, kann ja noch werden :-)
Das im Jahr 1996 erschienene Buch "Wanderungen um Duisburg, Essen und Mülheim/Ruhr" von Günter Hammermann
beschreibt auf den Seiten 139 bis 145 den Verlauf dieser Etappe aus damaliger Sicht.
Höhenprofil
Fitness-Level