Von Burgaltendorf bis Heidhausen
Startpunkt
Zielpunkt
Bushaltestelle "Burgaltendorf Burgruine"
45289 Essen (Burgaltendorf)
Bushaltestelle "Grenze Heidhausen"
45239 Essen (Heidhausen)
Mein Bus, von dem ich hoffte, dass er bis nach Hattingen fuhr, beendete seine Fahrt schon in Burgaltendorf. Das stellte mich vor die Entscheidung, 20 Minuten auf den nächsten Bus zu warten, oder gleich hier loszuwandern. Natürlich entschied ich mich für letzteres, auch wenn dies entlang der L 925 noch keinen landschaftlichen Hochgenuss darstellte. Aber so konnte ich mich wenigstens schon mal warmlaufen.
Der Hochgenuss setzte ein, kaum dass ich in Niederwenigern die vorgesehene Route erreicht hatte und nun dabei war, den Hattinger Ortsteil hinter mir zu lassen. Und dieses Niveau sollte der heutige Weg fast ausnahmslos beibehalten.
Ein weiterer Grund, der diese Teilstrecke der Essener Umrundung zur Königsetappe macht, ist ihr (im Vergleich mit allen anderen Abschnitten) spürbar anspruchsvolleres Höhenprofil. Kein Wunder, haben wir es doch vornehmlich mit jenen Gefilden zu tun, in denen sich Ruhrgebiet und Bergisches Land begegnen, und das mit ihrem steil-hügeligen Gelände schon fast an das Niveau der Eifel heranreicht: die Elfringhauser Schweiz.
Insofern kann man sich getrost auf einen hochkarätigen Wandertag einstellen. Den ersten Eindruck bekam ich bereits am Bahrenberg, mit dem man zu Beginn gleich eindrucksvoll an Höhe gewinnt und an einer Weggabelung (mitsamt der ersten Bank) auf das unter sich liegende Niederwenigern mit der dominierenden St. Mauritius-Kirche blicken kann.
Es folgt ein morastiger Waldabschnitt, und infolge einer regenreichen Nacht wird es nicht die einzige schlammreiche Passage bleiben. Man erreicht den Grenzberg und wird sogleich wieder zwischen Pferdekoppeln hindurch abwärts geführt.
Da ich mich bei dieser Wandertour an einer 30 Jahre alten Wegbeschreibung orientierte, wurde es angesichts einiger Privatwege, der sich die Route diesmal bedient, deutlich spannender. Doch der obligatorische Hinweis "auf eigene Gefahr", erlaubt Wanderern auch heute noch, die Wege zu benutzen.
Ab Niederbonsfeld führt die asphaltierte, aber völlig ruhige Buschstraße ins Deilbachtal, wo man zugleich von Hattingen in den Essener Stadtteil Byfang, und nur kurz darauf nach Kupferdreh wechselt. Die Hundebrücke leitet über den Deilbach, und schon nach wenigen Minuten findet man sich auf dem nächsten Anstieg zur Singscheider Höhe wieder. Gleich mehrfach begegnet man in dieser Gegend dem Kupferdreher Rundweg, wechselt aber (wie ich unter anderem in den Steilhängen des Priehlbachs feststellte) zwischendurch auch auf andere Pfade.
In Höhe des Eickelbachs gesellt sich vorübergehend auch der Neanderlandsteig dazu. Zusammen mit ihm sucht sich der Weg nun eine atemberaubend idyllische, aber auch anspruchsvolle Route durch das Asbachtal. Spätestens beim Aufstieg, der sich bis zur A44-Querung hinzieht, ist Kondition gefordert.
Hinter der Rotthauser Straße beginnt nach einem weiteren kurzen Privatweg eine tolle Waldpassage. Und obwohl die Autobahn in unmittelbarer Nähe bleibt, bekommt man vom Verkehrslärm kaum etwas mit. Viel unangenehmer fällt dagegen das kurze, aber recht unübersichtliche Stück der K 31 ins Gewicht, dem man in Ermangelung eines Fuß- oder Radweges folgen muss.
Wir sind im Hespertal angekommen. Und hier ist es das orangefarbene Logo des Bergischen Wegs, das diesmal wunderbare Erinnerungen in mir weckt. Doch die Route, um die es heute geht, nimmt die direkte Verbindung durch den Langenhorster Busch, um anschließend - und für heute letztmals - wieder von Velbert nach Essen zu wechseln.
Über einen sonnendurchfluteten und von Hecken gesäumten Pfad bewegt man sich nun unmittelbar an dieser unsichtbaren Grenze entlang. Es ist das finale Stück der Etappe, das über die "Kötterei" und an einer Waldschule vorbei führt und schließlich auf die B224 mündet.
Das im Jahr 1996 erschienene Buch "Wanderungen um Duisburg, Essen und Mülheim/Ruhr" von Günter Hammermann
beschreibt auf den Seiten 129 bis 139 den Verlauf dieser Etappe aus damaliger Sicht.