Start- und Zielpunkt
Bushaltestelle "Backwinkelstraße"
45141 Essen
Die elf Kilometer lange Runde durch das nördliche Essen beginnt absolut standesgemäß: Im Schatten des UNESCO-Welterbes Zollverein. Es sind nämlich nur wenige Schritte, bis man eine beeindruckende Sicht auf die Kokerei und ihre sechs fast einhundert Meter hohen Schornsteine erhält und sich zugleich kaum vorstellen kann, dass hier bis in die 1990er Jahre hinein Koks erzeugt wurde.
Kaum geht man weiter, wartet der erste Umweg. Denn die Fußgängerbrücke, über die man als Wanderer bequem auf die andere Seite der Köln-Mindener Bahn hätte wechseln können, existiert seit 2021 nicht mehr. So muss die nächste Überführung herhalten - etwa 500 Meter weiter westlich. Und siehe da: Die neue Strecke ist sogar zuverlässig ausgeschildert.
Das entscheidende Markierungszeichen am Ende der Umleitung übersah ich dann aber doch. Während sich der Weg nun jene Umleitung zunutze macht und im Anschluss über den nördlicheren "Graitengraben" verläuft, war ich mit der Absicht, möglichst schnell zurück auf die alte Strecke zu kommen, schon auf die Köln-Mindener Straße abgebogen. Die ist für Wanderer so ziemlich das Letzte, aber als ich meinen Irrtum bemerkte, lohnte sich ein Umkehren nicht mehr.
Im Wald des Graitengrabens biegt die Route in nördliche Richtung ab. Blickt man dabei nach links auf die weitläufige Pferdekoppel, fällt es schwer zu glauben, sich mitten in einer Großstadt zu befinden. Auch die Kleingartenkolonie "Grüne Aue" trägt ihren Namen zu Recht, aber die späteren 300 Meter an der Emscherstraße entlang versucht man als Fußgänger so schnell wie möglich zu vergessen.
Die nächsten Schrebergärten der "Barkhoffer Heide" sorgen für weiteres Grün, dann erreicht die Runde ihren nördlichsten Punkt und der Rückweg beginnt. Zielstrebig nähert man sich dem Kaiser-Wilhelm-Park, bevor der Helenendamm aus Sicht eines Wanderers erneut für kurzzeitige Ernüchterung sorgt.
Über die Twentmannstraße geht es in den Helenenpark. Innerhalb der Kleingartenkolonie "Essen-Stoppenberg" lässt die Beschilderung dann klar zu wünschen übrig. Doch in Sichtweise des Kreisverkehrs, über den man wieder auf die Backwinkelstraße zurückgeführt wird, tauchten die Markierungszeichen wieder auf.
Eine gelungene urbane Tour, die einmal mehr deutlich bestätigt, wie groß die Naturanteile - auch mitten im Ruhrgebiet - tatsächlich sind :-)
Höhenprofil