Der Sieghöhenweg XS (6) Durch das "Windecker Ländchen"

Von Rosbach bis Dattenfeld



Montag,
24.08.2026

Kilometer
14,0

Höhenmeter
↑ 319 / ↓ 333

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Startpunkt

Zielpunkt

Bahnhof "Rosbach"
51570 Windeck (Rosbach)

Bahnhof "Dattenfeld"
51570 Windeck (Dattenfeld)


Der heutige Abschnitt auf dem ehemaligen Sieghöhenweg hatte alles, was ein wunderbarer Wandertag braucht. Und auch diese Etappe war mit einer ganz besonders verwilderten Passage bestückt, so dass ich mich abermals fragte: War dieser einst vom SGV gepflegte Weg wirklich schon zu jener Zeit so abenteuerlich, als er offiziell noch bestand und regelmäßig gepflegt wurde? Oder hat er sich nicht vielmehr genau deshalb in eine so außergewöhnlich abenteuerliche Route verwandelt, gerade weil man ihn vielerorts sich selbst überließ?

So oder so: Ich sah mich zunehmend bestätigt, dass die Wiederentdeckung einer aufgegebenen Wanderroute trotz aller Unwägbarkeiten, die das Erkunden mit sich bringt, eine furiose Idee sein kann. Aber im aktuellen Fall führt es auch dazu, dass ich zumindest Anfängern und Gelegenheitswanderern von einem bestimmten Teil der heutigen Etappe abraten muss. 

Zunächst brachten mich die ersten anderthalb Kilometer vom Rosbacher Bahnhof auf den Sieghöhenweg zurück. Hinter der "Bachmühle" biegt er zusammen mit dem Natursteig Sieg links in den Wald ab, um dort ziemlich schnell einen Höhenunterschied von einhundert Metern zu überwinden. Oben liegt Langenberg, doch den kleinen Ort streift man nur am Rande. 

Nach einer Weile wartet ein schönes Waldgebiet. Und nachdem die erreichte Höhe bis hierher weitgehend erhalten blieb, wendet sich der Weg nun wieder ins Tal - mit dem plätschernden Limbach an seiner Seite. Da macht es auch fast nichts aus, dass der Weg plötzlich wieder eine Asphaltdecke trägt. 

Mit dem Gierzhagener Bach, in den der Limbach mündet, durchschreitet man die Talsohle. Der erneute Anstieg beginnt prompt, fällt aber moderat aus. Bis der Asphalt aber endlich wieder einem Waldboden Platz macht, steht man schon fast im nächsten Örtchen Rommen. Und damit in einer - wie die eindrucksvollen Weitblicke bestätigen - recht exponierten Lage. 

Vor dem allerhöchsten Punkt der Etappe, dem Bodenberg, steht zunächst noch ein weiteres, ziemlich markantes Tal an. Doch gleich nach dem Überqueren der B 256 beginnt jene schon eingangs erwähnte Passage, die sich (je nach dem, wie der Einzelne den Begriff des Wanderns für sich definiert) als harmlos, abenteuerlich oder unzumutbar herausstellt. 

Zunächst hielt ich vor dem Westertbach inne, denn hier steht man zugleich vor den Überresten, die einst mal eine Brücke waren. Angesichts des wochenlang vorausgegangenen Regenmangels und der Hitze ließ sich der Bach heute mit zwei beherzten Schritten bezwingen. Doch bei einer auch nur marginal größeren Fließmenge darf man sich an dieser Stelle schon mal getrost auf nasse Füße einstellen. 

Wie zur Bestätigung wirkt der Zustand des bergwärts führenden Pfades dann auch in absolut lohnender Weise so, als hätte sich seit geraumer Zeit kein Wanderer mehr auf ihn verirrt. Doch so malerisch der Landschaftscharakter auch ist (und das blühende Heidekraut hatte heute einen großen Anteil daran) sollte man seine Konzentration lieber auf die zahlreichen Stolperfallen des zugewucherten Bodens lenken. Außerdem: steht man einmal hier, gibt es zu der eingeschlagenen Route fast keine andere Alternative mehr. Es sei denn, man geht ein langes Stück an der Bundesstraße entlang und nimmt, falls man weiter in Richtung Altwindeck will, einen mehr als drei Kilometer langen Umweg in Kauf.

Und es ist noch nicht vorbei. Denn etwa fünfhundert Meter weiter zwingt eine hoffnungslos zugewachsene Stelle zum abermaligen Improvisieren. Da sich ein direktes Durchschlagen wegen des seitlich steil abgehenden Geländes nicht empfiehlt, ist das Unterholz zur rechten die klar bessere Variante, um bis zum nächsten Hauptweg vorzudringen. Dort angekommen, sind dank der Höhe von fast 300 Metern vorübergehend auch wieder Fernsichten möglich. Und die kritischsten Abschnitte sind auch überwunden. 

Langeweile kommt trotzdem nicht auf, denn mit dem Elisenthal wartet ein weiteres Highlight. Ein bisschen Obacht ist allerdings nötig, um den leicht versteckt liegenden Abzweig nach rechts nicht zu verpassen. Hier, wo phasenweise zwei Wanderrouten parallel und nur wenige Meter voneinander entfernt verlaufen, entscheiden sich sowohl Höhenweg als auch Natursteig für die von außen kaum zu erkennende Hohlweg-Variante. Schon nach einigen hundert Metern kommen beide Wege wieder zusammen. Aber es lohnt sich, auf dieses kleine Detail zu achten. 

Nur wenige Schritte, nachdem sie angekündigt wurde, steht man auf dem Schlossberg vor Burg Windeck. Von der im 12. Jahrhundert erbauten Anlage zeugen heute nur noch Ruinen, doch sie lassen den Wanderer in spannender Weise seinen Weg durch die Mauern finden. Nach Verlassen des Geländes beginnt der Weg in einem Wald ziemlich steil abzufallen, bis man auf das Museumsdorf Altwindeck trifft. Es ist leider nur an Wochenenden geöffnet, aber auch vom Wanderweg aus sind vereinzelte Blicke auf die Fachwerkbauten möglich.

Die letzten zwei Kilometer führen durch eine ruhige Wohnsiedlung von Windeck und über einen Pfad an den Gleisen der Siegstrecke entlang. Am 1862 errichteten Rochuskreuz ließ ich diese Etappe dann enden und hatte von hier aus nur noch wenige Schritte bis zum Bahnhof von Dattenfeld. 


Höhenprofil

Am Rosbach

Eines der wenigen Wegmarkierungen in diesem Bereich

Schöne Waldpassage hinauf nach Langenberg

Der Limbach

Ankunft in Rommen

Der Westertbach

Traurige Reste der Westertbach-Brücke

Schöne Passage durch die Hänge des Bodenbergs

Eine spannende Wegstrecke

Schöner Hohlweg im Elisenthal

Die Burgruine Windeck

Museumsdorf in Altwindeck

An der Siegtalstrecke entlang nach Dattenfeld

Das Rochuskreuz


Fitness-Level