Die versunkene Kapelle und der Buschwall



Sonntag,
12.07.2026

Kilometer
11,2

Höhenmeter
↑ 40 / ↓ 40

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Start- und Zielpunkt

Wanderparkplatz "Süchtelner Höhen"
Hindenburgstraße 101
41749 Viersen (Süchteln)


Mein eigentlicher Anlass, heute in die niederrheinischen Gefilde zu fahren, war das Pfarrfest in Süchteln-Dornbusch. Jene Dorfgemeinde, in der meine Mutter einst aufgewachsen ist, und die auch während meiner Kindheit das Ziel regelmäßiger Besuche bei meiner damals noch lebenden Großmutter war.

Da die mit dem Pfarrfest verbundene Messe heute aber erst um 9:30 Uhr begann, galt es für mich, die vorangehenden Stunden mit einer gemütlichen Wandertour über die Süchtelner Höhen zu füllen. Und da mir hierbei just die uralte Sage von der "versunkenen Kapelle" einfiel, ich diesen geheimnisvollen Ort aber noch nie besucht hatte, war die erste Wegmarke schnell gesetzt. 

Ich parkte auf den Süchtelner Höhen gleich neben dem Sportpark und startete meine Runde in Richtung des alten Kreiskriegerdenkmals. Der 1878 errichtete Turm wird von einem kupfernen Adler gekrönt und steht im südlichen Bereich des Erbenwalds nahe der Lobbericher Straße. 

Hinter dem Denkmal führt der Waldweg geradeaus weiter, endet aber bald am Rand eines Süchtelner Wohngebiets. Um nun der versunkenen Kapelle näher zu kommen, ging ich zunächst auf das Gelände der LVR-Klinik zu, wo ein Pfad in den zum Teil sehr alten Baumbestand zurückführt. Dort sorgt der Fackelsteinberg für ein paar dezente Höhenmeter. 

Über eine scharfe Rechtsbiegung gelangt man dann auf jenen Weg zu dem geheimnisvollen (und durch Laub zunächst noch schwer zu erkennenden) Standort der "versunkenen Kapelle". Der Sage nach handelt es sich hierbei um das erste Gotteshaus Süchtelns, das dem Heiligen Johannis geweiht war und das plötzlich in der Erde versunken sein soll. An seine Stelle ist ein unversiegbarer Weiher getreten, aus dessen Tiefe hin und wieder (zumeist in der Johannisnacht) ein dumpfes Glockenläuten dringt. 

Ist man auf diese kleine, inzwischen grasbewachsene Waldlichtung vorgedrungen, wirkt es tatsächlich so, als rage die Turmspitze eines alten Gotteshauses aus dem Boden. Doch es sollte noch mehr zu sehen geben. 

Nach einer kurzen Passage, auf der man das Klinikgelände noch einmal streift, kehrt der Weg erneut in den Wald zurück. Das bleibt nun vorerst so, und neben einem mysteriösen Portal und grimmigen Fratzen, die ich in manch einer Baumrinde zu erkennen glaubte, kann man sich auch an einem abwechslungsreichen Potpourri aus Wegen und Pfaden erfreuen. Passagen, die am Waldsaum entlang führen und Weitblicke über die Felder erlauben, sind ebenfalls dabei. 

Kurz vor dem Mühlenheuweg, der den als "Buschwall" bezeichneten Höhenzug an seiner nördlichen Seite unterbricht, änderte ich die Richtung und wanderte zur Lobbericher Straße zurück. Von hier aus gelangte ich in das kleine Dornbuscher Wohngebiet, das sogleich wieder viele Kindheitserinnerungen in mir weckte. Besonders aber freute mich, dass (nach einer unschönen Phase des Leerstands und der Verwahrlosung) nun dank eines weiteren Besitzer-Wechsels auch das frühere Haus meiner Großmama endlich wieder zu einem Schmuckstück wurde und - frisch gedämmt und mit PV-Modulen versehen - auch zeitgemäß in der Gegenwart angekommen ist.

Bevor ich mich nun zur Kirche aufmachte, unternahm ich noch einen Umweg über den außerhalb gelegenen kleinen Dorffriedhof. Hier traf ich dann absprachegemäß auch mit meiner Mutter zusammen, um gemeinsam das erstmals seit 15 Jahren wieder stattfindende Dornbuscher Pfarrfest zu besuchen. Erst im Anschluss machte ich mich an die drei verbleibenden Kilometer zum Parkplatz zurück. 


Höhenprofil

Das Kreiskriegerdenkmal auf den Süchtelner Höhen

Die "versunkene Kapelle"

Der "Buschwall" verbindet Süchteln mit Dornbusch

Die Kirche von Dornbusch: "St. Maria Hilfe der Christen"

In Dornbusch kommen viele Kindheitserinnerungen zurück

Die frühere Schule von Dornbusch

Die Kirche ist für ein Pfarrfest beflaggt.


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