Der X8

Von Schermbeck nach Groß-Reken



Mittwoch,
01.07.2026

Kilometer
25,2

Höhenmeter
↑ 99 / ↓ 41

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Startpunkt

Zielpunkt

Bushaltestelle
"Schermbeck Kirche"
46514 Schermbeck

Bushaltestelle
"Reken Alte Kirche"
48734 Reken


Mit 25 Kilometern zählt der X8 zu den kürzesten SGV-Wegen in der Region Emscher-Lippe. Das machte eine Etappen-Aufteilung überflüssig. Doch es gab noch einen weiteren Grund, die Strecke gleich an einem Stück abzuwandern. Denn gerade erst von einer Seereise entlang der norwegischen Küste zurückgekehrt, hatte ich das Schiff dank seiner ausgezeichneten Küche fünf Kilo schwerer verlassen, als ich zwei Wochen zuvor an Bord gegangen war. 

Entsprechend wurde es Zeit, mich wieder in Bewegung zu bringen. Und kaum war ich gegen 6 Uhr in Schermbeck losgewandert, signalisierte mir das Wetter, dass sich zu meinen oft als Hitzeschlacht entwickelten Touren in dieser Gegend auch jetzt eine weitere hinzugesellen würde. 

So näherte ich mich, Schermbeck in nordöstliche Richtung verlassend, dem Waldgebiet der "Forstgewerkschaft Augustus". Wegen des im 19. Jahrhundert geradezu unersättlichen Holzbedarfs im Ruhrgebiet hängt dieser Name mit einer damals großflächigen Kiefernanpflanzung zusammen. Heute dagegen sind Üfter-, Rüster- und Emmelkämper Mark allesamt unter Naturschutz gestellt. 

Entgegen meines Tracks, der vorsah, dem Hauptwanderweg "Zum dicken Stein" geradeaus weiter zu folgen, schickte mich die Beschilderung plötzlich nach links. Der vertraute ich mich dann auch an, zumal dies eine klare Attraktivitätssteigerung mit sich brachte. Denn die Route führte mich so zusätzlich über jene besondere Lichtung, die sich schon der LandStreifer "Üfter Mark" bedient. Und genau hier wurde mir heute dann auch eine glückliche Begegnung mit einem Rotwild-Rudel zuteil. 

Kurz vor der "Wild-Loge", einer direkt am "Hohe Mark Steig" gelegenen Beobachtungsstation, finden die unterschiedlichen Routen wieder zusammen. Östlich der B224, die den Wald durchschneidet, setzt sich der X8 fort und wechselt später in die für das Münsterland typische offene Wiesenlandschaft. Besonders im Schutzgebiet der "Rhader Wiesen" besteht hier die Aussicht, auf Störche zu treffen. 

Währenddessen nähert man sich dem Bahnhof von Rhade. Hier lässt sich die Strecke bei Bedarf nach etwa 11 Kilometern unterbrechen. Ich wanderte aber weiter, um kurz darauf jene Gegend wiederzuerkennen, durch die mich schon eine frühere, individuell ausgearbeitete Tour von Rhade nach Klein Reken geführt hat. Die war angesichts manchen originellen Pfades sehr spannend - doch der X8 wird ab hier erst einmal zur Eintönigkeit neigen. 

Die unbefestigte Passage am Beginn ist noch ganz nett. Doch mit dem Abbiegen auf den asphaltierten und wenig schmeichelhaften "Dorstener Landweg", der fast drei Kilometer stur geradeaus führt, fragte ich mich, was die Wegeplaner geritten haben muss. Da hilft es auch nichts, an eben jener Stelle vom Ruhrgebiet ins Münsterland gewechselt zu sein.

An der "Landwehr Kämpe" bot ein Großbauernhof die erste nennenswerte Abwechslung, während mich aus den Stallungen heraus einige der Kühe neugierig beäugten. Dennoch: es bleibt ein zähes Stück, das der X8 dem Wanderer hier zumutet. Und die anderthalb Kilometer, die man im Anschluss noch auf der Leblicher Straße abzuleisten hat, machen es nicht besser. Erst der nach links abgehende Wirtschaftsweg ist geeignet, die Laune wieder zu verbessern, wo ich auch den quer über den Weg ziehenden Sprühnebel eines kurios auf dem Feld positionierten Wassersprengers dankend annahm.

So kam dann auch das dritte Waldgebiet des heutigen Tages wie gerufen, was mir zudem eine unerwartete, aber höchst willkommene Überraschung bot. Denn kurz nach einer Pause, die ich in einem schattigen Unterstand verbrachte, stellte ich fest, vom X8 abgekommen zu sein. An den permanenten Hauptwege-Charakter gewöhnt, hatte ich den an einer Biegung geradeaus startenden Pfad (weitgehend zugewachsen und kaum zu erkennen) völlig übersehen. 

Um so erfreuter war ich, mich dank dieser Urwald-Einlage mit dem Weg kurz vor dem Schluss wieder versöhnen zu können. Auch wenn das letzte Stück, der asphaltierte und fast gänzlich schattenfreie "Hörnerhok" angesichts der erbarmungslos herunterbrennenden Sonne ziemlich brutal war. Doch an seinem Ende wanderte ich in Groß Reken hinein und fand im Schatten der alten Kirche die angestrebte Bushaltestelle vor, von der aus ich die Rückfahrt antrat. 


Höhenprofil

Der Startpunkt: "St. Ludgerus" in Schermbeck

Im Wald der "Forstgewerkschaft Augustus"

Eindrucksvolle Begegnung am frühen Morgen

Die "Wild-Loge" am Rhader Weg

Ein langer Weg durch das "Kranenmeer"

Überquerung der A31

Ein überraschend schöner Pfadabschnitt

"St. Simon und Judas" in Groß-Reken


Fitness-Level