Hauptwanderweg des SGV "Emscher-Lippe" (Schermbeck -> Groß Reken)
Startpunkt
Zielpunkt
Bushaltestelle
"Schermbeck Kirche"
46514 Schermbeck
Bushaltestelle
"Reken Alte Kirche"
48734 Reken
Mit 25 Kilometern zählt der X8 zu den kürzesten SGV-Wegen in der Region Emscher-Lippe. Das machte eine Etappen-Aufteilung überflüssig. Doch es gab noch einen weiteren Grund, die Strecke gleich an einem Stück abzuwandern. Denn eine Seereise entlang der norwegischen Küste, die ich zwischenzeitlich unternahm und von der ich gerade erst zurückgekehrt war, hatte - vor allem dank ihrer ausgezeichneten Bordküche - auch negative Auswirkungen auf meine Fitness zur Folge.
Entsprechend wurde es höchste Zeit, mich wieder mal in Bewegung zu bringen. Und kaum war ich gegen 6 Uhr in Schermbeck losgewandert, signalisierte mir das Wetter, dass zu meinen oft als Hitzeschlacht ausgearteten Touren in dieser Gegend auch heute eine weitere hinzu kommen sollte.
So näherte ich mich, Schermbeck in nordöstliche Richtung verlassend, dem Waldgebiet der "Forstgewerkschaft Augustus". Der Name geht auf eine großflächige Kiefernanpflanzung zurück, die im 19. Jahrhundert wegen des damals geradezu unersättlichen Holzbedarfs im Ruhrgebiet notwendig geworden war. Heute dagegen sind Üfter-, Rüster- und Emmelkämper Mark allesamt unter Naturschutz gestellt.
Entgegen meines Tracks, der vorsah, dem Hauptwanderweg "Zum dicken Stein" geradeaus weiter zu folgen, schickte mich die Beschilderung plötzlich und unerwartet nach links. Der vertraute ich mich dann auch an, zumal dies eine klare Attraktivitätssteigerung mit sich brachte. Denn so führte die Route auch über jene besonders schöne Lichtung, die sich schon der LandStreifer "Üfter Mark" bedient. Und genau hier wurde mir heute dann auch eine wunderbare Begegnung mit einem Rotwild-Rudel zuteil.
Kurz vor der "Wild-Loge", einer direkt am Hohe Mark Steig gelegenen Beobachtungsstation, finden die unterschiedlichen Routen wieder zusammen. Östlich der B224, die den Wald durchschneidet, setzt sich der X8 fort und wechselt später in die für das Münsterland typische offene Wiesenlandschaft. Und besonders im Schutzgebiet der "Rhader Wiesen" besteht die Aussicht, auf Störche zu treffen.
Währenddessen näherte ich mich dem Bahnhof von Rhade. Hier lässt sich die Strecke nach etwa 11 Kilometern unterbrechen. Ich wanderte aber weiter und erkannte kurz darauf auch jene Gegend wieder, durch die mich schon eine frühere, individuell ausgearbeitete Tour von Rhade nach Klein Reken geführt hat. Die war angesichts manch originellen Pfades sehr spannend. Der X8 allerdings wird ab hier erst einmal zur Eintönigkeit neigen.
Die unbefestigte Passage am Beginn ist noch ganz nett. Doch mit dem Abbiegen auf den asphaltierten und wenig schmeichelhaften "Dorstener Landweg", der fast drei Kilometer stur geradeaus führt, drängt sich die Frage auf, was die Wegeplaner hierbei geritten haben muss. Da hilft die Tatsache, an eben jener Stelle vom Ruhrgebiet ins Münsterland gewechselt zu sein, auch nicht weiter.
An der "Landwehr Kämpe" bot ein Großbauernhof die erste nennenswerte Abwechslung, während mich aus den Stallungen heraus einige der Kühe neugierig beäugten. Dennoch: es bleibt ein zähes Stück, das der X8 dem Wanderer hier zumutet. Und die anderthalb Kilometer, die man im Anschluss noch auf der Leblicher Straße ableistet, machen es nicht besser. Erst der nach links abgehende Wirtschaftsweg ist geeignet, die Laune wieder zu verbessern. Aber auch den quer über den Weg ziehenden Sprühnebel eines auf dem Feld positionierten Wassersprengers nahm ich dankend an.
So kam dann auch das dritte Waldgebiet des heutigen Tages wie gerufen. Nach einer Pause, die ich in einem schattigen Unterstand verbrachte, folgte bald eine unerwartete, aber höchst willkommene Überraschung. Denn nachdem ich an einer Biegung vorübergehend dem Hauptweg gefolgt und so vom X8 abgekommen war, stellte ich fest, dass die Route hier stattdessen geradeaus in einen weitgehend zugewachsen und kaum mehr erkennbaren Pfad überging.
Um so erfreuter war ich, mich dank dieser Urwald-Einlage kurz vor dem Ziel wieder mit dem Weg versöhnen zu können. Auch wenn das letzte Stück, der asphaltierte und fast gänzlich schattenfreie "Hörnerhok" angesichts der inzwischen heiß herunterbrennenden Sonne ziemlich brutal war. Doch an seinem Ende wanderte ich in Groß Reken hinein und fand im Schatten der alten Kirche die angestrebte Bushaltestelle vor, von der aus ich die Rückfahrt antrat.
Höhenprofil
Fitness-Level