Von Steele bis Kupferdreh
Startpunkt
Zielpunkt
Busbahnhof "Essen-Steele"
45276 Essen
Bushaltestelle "Essen-Kupferdreh S"
45257 Essen
In Stadtgebieten für Wanderbegeisterung zu sorgen, damit tun sich viele Wege schwer. Diese Tour macht aber richtig Laune. Und das schon kurz nach dem Start, wo es in Steele nach einem Schlenker um die St. Laurentius-Kirche schnurstracks in Richtung Stadtgarten geht. In seiner Hanglage bietet er schöne Aussichtspunkte, auch wenn zu dieser Jahreszeit das Laub der Bäume den Blick spürbar einschränkt.
Ein schmaler Hangpfad führt in den Stadtteil Bergerhausen hinüber, wo eigentlich nur das Überqueren der Ruhrallee als einzig unschöner Moment in Erinnerung bleibt. Nur wenige Schritte weiter fällt die schöne St. Annen-Kapelle ins Auge. Während man sie aus Bergerhausen betrachtet, steht sie selbst aber genau genommen schon in Rellinghausen.
Mit dem Betreten der Kleingartenanlage "Sperberstraße" kommt man in (oder auch "im") Stadtwald an. Denn der Name steht nicht nur für den nächsten Essener Stadtteil, sondern auch für sein überaus großflächiges Grün. Der Weg passiert den Schillerbrunnen, holt weiter westlich zu einer Schleife aus, die schon fast bis an die A52 heranreicht, und wendet sich dann durch einen recht wild anmutenden Waldteil hinab zur Klusenkapelle.
Hier markiert die Straßenunterführung den Übergang vom Stadtwald zum Baldeneyer Wald. Und trotz des bisherigen leichten "Auf´s" und "Ab´s": die wahren Höhenmeter stehen noch bevor. Mit dem Erreichen des Hermanns-Blicks sind die ersten überwunden, und man bekommt zugleich eine der fabelhaftesten Aussichten.
Für die Passage durch die nördlichen Ruhrhöhen stehen gleich mehrere Routen zur Auswahl. Die heutige bedient sich der mittleren Variante, die auf halber Höhe durch die Steilhänge verläuft. Und dennoch kommen auch jene Abschnitte vor, auf denen sich zum eigenen, verlässlichen Markierungszeichen (das weiße Dreieck auf schwarzem Grund) auch die des Baldeneysteigs und des Bergischen Weges gesellen.
Der finale Teil des Hangwegs führt dann spektakulär zum Baldeneysee herunter, wo die Höhenmeter erst einmal Geschichte sind. Stattdessen wartet - als absolutes Kontrastprogramm - ein gemütlicher Flanierweg: direkt am Wasser entlang, wo zahlreiche Bänke vielerorts eine Pause ermöglichen.
Nachdem das Gelände des Yachtclubs Ruhrland das direkte Ufererlebnis für ein paar Minuten unterbrochen hat, wandert man in das von unzähligen Vogelarten bevölkerte Naturschutzgebiet des "Heisinger Bogens" hinein. Und jeder Blick in die seitlichen Auen bestätigt, wie reichhaltig Flora und Fauna hier tatsächlich sind.
Dann kommt die "Eisenbahnbrücke Kupferdreh" in Sicht. Eigentlich ein Teil der Route, ist sie derzeit gesperrt und damit Ausgangspunkt für eine zwei Kilometer lange Umleitung über die Kampmannbrücke. Obwohl ich schon vorher davon wusste und den Umweg eingeplant hatte, ärgerte ich mich doch, als ich vor ihr stand. Nicht wegen der Sperrung an sich, sondern weil sich der zunehmend marode Zustand seit Jahren abgezeichnet hat und die Verantwortlichen erst jetzt, wo die Gitter angebracht sind, wieder ihre betroffenen Gesichter aufsetzen.
Als ich dann zum Überqueren der Kampmannbrücke ansetzte, folgte der richtige Stimmungskiller. Aus dem gewohnten Schatten herausgetreten, traf mich die Mittagshitze und das blendende Sonnenlicht so unerwartet und intensiv, dass ich es vorzog, mein ursprüngliches Vorhaben zu begraben und den 27 Kilometer langen Weg angesichts des nahegelegenen Kupferdreher Bahnhofs an dieser Stelle zu teilen.
Höhenprofil
Fitness-Level