Der NiederrheinWeg (8) Von Neukirchen-Vluyn bis Krefeld-Traar



Mittwoch,
13.08.2025

Kilometer
21,5

Höhenmeter
↑ 56 / ↓ 51

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Startpunkt

Zielpunkt

Friedhofsparkplatz
Niederrheinallee 363
47506 Neukirchen-Vluyn

Bushaltestelle "Traar Rathaus"
47802 Krefeld (Traar)


Was dachten sich die Initiatoren bloß bei dieser Route? dürfte sich spätestens bei Kilometer 9 manch einer kopfschüttelnd fragen. Denn nachdem fast die Hälfte der heutigen Tour einen kaum nachvollziehbaren Umweg durch die Wohnbebauung von Neukirchen-Vluyn geführt hat, steht man - nur wenige hundert Meter südlich - fast wieder am Ausgangspunkt. 

Immerhin lässt sich zur Ehrenrettung feststellen, dass man so die sehenswerte Zechensiedlung der "Alten Kolonie" kennenlernt. Zwischen 1917 und 1925 erbaut, wurde sie (wie die spätere "Neue Kolonie" 1926 bis 1930) zur Heimat vieler Bergleute, die durch das Bergwerk Niederberg nach Neukirchen-Vluyn gezogen sind. 

Südlich des Bendschenwegs wird es - wenn auch nur vor vorübergehend - erstmals ländlich, bevor ein nicht wirklich schöner Abschnitt durch ein Industriegebiet folgt. Hier kam ich dann auch prompt von der Route ab, weil gleich zwei unselige Faktoren zusammenfielen: Der erste (und entscheidende) war, dass ich im Internet offenkundig an einen falsch gezeichneten Track geraten war. Zum anderen fehlte genau an jener Kreuzung, wo es hätte für Klarheit sorgen können, das entscheidende Wegelogo. 

Als ich den Irrtum nach 500 Metern bemerkte, war es mir allerdings zu blöd, zurückzugehen. Zumal mir ein Blick in die Karte verriet, nichts Wesentliches verpasst zu haben. Stattdessen gab es Grund zur Freude, denn hinter einem verkehrsreichen Kreisel gelangte ich endlich in die landschaftstypische Idylle des Niederrheins. 

Die ersten drei Kilometer folgt man hier einem Wirtschaftsweg durch die sonnigen Felder, wo der Mais noch darauf wartete, abgeerntet zu werden. Und auch die im Tagesverlauf zu erwartende Hitze ließ sich hier bereits spüren. 

Hinter einer Rechtsbiegung überquert man die Niep und betritt mit der Waldwinkelkuhle einen der wenigen schattigen Abschnitte. Wenn man ihn an seiner anderen Seite verlässt, empfängt einen dort die kleine Endhaltestelle des "Schluffs", einer historischen Dampfeisenbahn, die im Sommer zwischen St. Tönis und Krefeld verkehrt. Ihr gegenüber sind allerdings zahlreiche Neubauten entstanden, und auch das altehrwürdige "Waldschlösschen" scheint seinen Betrieb eingestellt zu haben.

Nun geht es auf den schnurgeraden Rennstieg, der an der früheren Konradskapelle vorbei zur höchsten Erhebung des Hülser Bergs führt. Die hiesige "Bergschänke" existiert noch, macht mittlerweile allerdings einen recht heruntergekommenen Eindruck. Wenige Schritte weiter ermöglicht ein Aussichtsturm schöne Weitblicke in alle Richtungen.

An der Eremitenquelle vorbei verlässt der Niederrheinweg nun den Wald und nimmt sich eines herrlichen Pfades an, der für einen Kilometer dem Sankertgraben folgt. An seinem Ende wird die Nieper Straße überquert, wo eine Fußgängerbrücke mit der "Großen Kull" auf die andere Seite eines besonders malerischen Abschnitts der Niepkuhlen führt. 

Das gleichnamige Waldgebiet und auch der anschließende Kirschkamper Busch werden dank ihrer schattenspendenden Bäume gerne noch einmal angenommen. Dann sorgt der Egelsberg (eine unter Naturschutz stehende Endmoräne aus der Saale-Eiszeit) dafür, dass man durch den sandreichen Heidecharakter die Mittagshitze plötzlich mit doppelter Intensität wahrnimmt. 

Bevor es dann in den Krefelder Stadtteil Traar hineingeht, passiert man noch einen Segelflugplatz und die Egelsbergmühle. Von der Bushaltestelle "Traar Rathaus" erfolgte die Rückkehr über Moers nach Neukirchen-Vluyn. 


Höhenprofil