Der Bergische Panoramasteig (4) Von Lieberhausen bis Marienheide



Samstag,
09.08.2025

Kilometer
20,3

Höhenmeter
↑ 368/ ↓ 386

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Startpunkt

Zielpunkt

Bushaltestelle "Lieberhausen"
51647 Gummersbach (Lieberhausen)

Busbahnhof Marienheide
51709 Marienheide


Um meine vierte Etappe auf dem Bergischen Panoramasteig realisieren zu können, bestand die erste Herausforderung darin, Lieberhausen zu erreichen. Dort gibt es zwar auch einen Wanderparkplatz, aber den zu benutzen, hätte mein eigentliches Problem (nämlich die bestenfalls als mittelmäßig zu bezeichnende ÖPNV-Anbindung) nur auf den Nachmittag verlagert. 

Deshalb entschied ich mich, in der Nähe des Gummersbacher Busbahnhofs zu parken und alles auf die Karte zu setzen, dass der um 6:53 Uhr im Fahrplan ausgewiesene und als einzig in Frage kommende Bus tatsächlich erscheint. Das tat er dann auch, und so konnte mein nächstes Bergisches Wandererlebnis beginnen. 

Der erste Kilometer sah vor, den Berg, den sich der Linienbus gerade noch über eine Serpentinenstraße mit mir als einzigen Fahrgast hochgequält hatte, über einen wesentlich schöneren Waldweg zu Fuß wieder abzusteigen. Und kaum, dass man die im Tal noch sehr schmale Agger überquert hat, geht es über den Koversteiner Weg wieder hinauf. 

Am Scheitel des Berges führt die Route nach rechts, und prompt wird die Szene naturnäher. Das Gras war hochgewachsen und feucht durch den Morgentau. Ein frisch abgeerntetes Feld machte mir das Vorankommen dann vorübergehend leichter, bis der nächste Kilometer ein Pfaderlebnis der Extraklasse bot. Ich umwanderte den "Aggerhomert", während die einnehmende Flora links und rechts des Weges aber nur widerwillig Platz macht.

Kurz vor Helberg entspannt sich die Lage, und ein Grasnabenweg, welcher bald von einem verträumten Pfädchen abgelöst wird, führt zum ersten Aussichtspunkt auf die Genkeltalsperre. Währenddessen ist man übrigens völlig unbemerkt aus dem Oberbergischen in den Märkischen Kreis gewechselt, und damit (rein formell) ins Sauerland. Nur das überraschend auftauchende Wegelogo, das auf den in Meinerzhagen beginnenden "Sauerland-Höhenflug" hinweist, ist hierfür das einzig sichtbare Indiz.

Nach dem Abstieg auf das Niveau der Genkeltalsperre wird ihr der Weg für vier Kilometer nicht mehr von der Seite weichen. Gleich auf der Westseite des Gewässers (und damit auch höchst offiziell wieder im Bergischen Land) macht sich der nächste Anstieg bemerkbar. Mit drei Kilometern hat er eine ausdauernde Länge, doch der Steigungswinkel bleibt moderat.

Auf diesem Weg hatte ich eine bemerkenswerte Begegnung mit einem Mann, der mir in seinem Jeep entgegenkam und anhielt. Wir kamen über Wildtiere ins Gespräch, wobei er mir von einer Wolfsfamilie erzählte, die in unmittelbarer Nähe heimisch geworden ist und die er schon mehrfach erspäht hat. Und in einer erstaunlich offenen Weise fügte er hinzu, früher selbst Jäger gewesen zu sein, aber mittlerweile (und das spricht für seinen Charakter) das unnötige Töten von Tieren nicht mehr über sein Herz bringt. 

Wir verabschiedeten uns, und ich setzte meinen Weg fort. Oberhalb des Tals, wo man zugleich den Ortsrand von Dannenberg erreicht, konnte ich dann auch endlich wieder einen Weitblick genießen. Dafür holte mich die L 306 etwas später wieder unsanft in die Zivilisation zurück. Auf ihrer anderen Seite ging ich kurz an jenem Gleis vorbei, das Köln mit Meinerzhagen verbindet, um in Höhe des Stauteiches der Wipper den gleichnamigen Fluss zu überqueren, der einige Kilometer weiter westlich zur Wupper wird.

Über eine grasbewachsene Hochebene geht es nun zum Etappenstein von Marienheide. Ich dagegen hatte die Absicht, den vor mir liegenden Bereich des Moosberges noch in die heutige Strecke einzubauen. So handelte ich mir an einem umgestürzten Baum noch eine unerwartet abenteuerliche Kletterpartie ein. 

Auf einem schönen Pfad und zuletzt über einen asphaltierten Wirtschaftsweg führten mich die letzten Höhenmeter zum Parkplatz "Lingeser See" hinunter. Dort verließ ich den Bergischen Panoramasteig für heute.

Vom Marienheider Bahnhof trennten mich allerdings noch zwei Kilometer. Die musste ich jetzt zum Teil auf einer Landstraße zurücklegen, die weder Fuß- noch Radweg besitzt, dafür aber manch unübersichtliche Kurve - und darum nicht wirklich als eine geeignete Zuweg-Variante zu empfehlen ist. Das hat diesem erlebnisreichen Wandertag aber keinen Abbruch getan :-)


Höhenprofil

Evangelische Kirche in Lieberhausen

Bergab in Richtung Koverstein

Deitenbach

Auf einem schönen Pfad passiert man den Aggerhomert

Die Genkeltalsperre

Aufstieg in Richtung Dannenberg

Stauteich bei Holzwipper

Klettereinlage am Moosberg


Fitness-Level