Von Borbeck bis Karnap
Startpunkt
Zielpunkt
Bushaltestelle "Roßstraße"
45359 Essen
U-Bahnhof "Arenbergstraße"
45329 Essen
Wenn morgens um halb acht noch eine Nachtbus-Linie verkehrt, hat das schon was Originelles. In meinem Fall bedeutete sie Glück, denn sie brachte mich ohne Umstieg von zu Hause bis nach Borbeck. An der Roßstraße nahm ich die erst vor zwei Tagen unterbrochene Umwanderung meiner Heimatstadt dann wieder auf.
Der heutige Beginn stand im Zeichen des Hexbachtals. Äußerst knapp gehört er noch zu Essen, denn die Grenze zu Mülheim-Dümpten verläuft nur wenige Meter westlich von ihm. Phasenweise deckt sich der Weg mit der Route des erst kürzlich erwanderten St. Josef-Trails, aber schon in der offenen Landschaft des "Erlenhagen" trennen sie sich endgültig.
Für mich ging es geradeaus weiter in das bewaldete Tal des Barchembachs. Eine richtig schöne bewaldete Grünzelle, durch die man nach Dellwig kommt. Am Bahnübergang ist dann aber erst mal Pause, bis ein ICE (hier!?), die reguläre RB32 und schließlich noch ein dritter, nicht identifizierbarer Zug durchgerauscht ist.
Das gleich hinter der Schranke beginnende Industriegebiet ist glücklicherweise klein. Denn zumindest ich hatte den Drang, diesen zwielichtig herüberkommenden Bereich so rasch wie möglich hinter mich zu bringen. Wäre da nicht die Bahn. Die nämlich hat sich hier den Spaß erlaubt, gleich zwei nebeneinander liegende Gleisunterführungen zu schließen - und zwar auf eine Art, dass man sich unweigerlich an die frühere Grenze zur DDR erinnert fühlt. Selbst Fußgänger werden nun gezwungen, sich statt der wenigen Schritte durch einen der Tunnel auf einen mehr als anderthalb Kilometer langen Umweg zu begeben. Leute, was habt ihr nur geraucht?
Immerhin: der Rhein-Herne-Kanal ist nicht mehr weit und wird nun für zwei Kilometer unser Hauptdarsteller. In Bottrop-Ebel führt der Weg zunächst durch eine Wohnsiedlung, dann zwischen der A42 und einem gewaltig großen Tanklager hindurch. Beim anschließenden Überqueren der Emscher beglückt die Feststellung, dass unzählige Wasservögel tatsächlich an diesen jetzt komplett vom Abwasser befreiten Fluss zurückgefunden haben.
Wir sind in der Welheimer Mark angekommen, und hinter dem gleichnamigen Wäldchen wartet Industriekultur vom Feinsten. Das liegt weniger am Bottroper Klärwerk, als vielmehr an den Überresten der Kokerei Prosper samt ihres hoch aufragenden Gasometers.
Hinter der Bahnunterführung beschleunigte ich meine Schritte noch einmal, denn das Gewerbegebiet "Am Kämpchen" macht nicht wirklich was her. Um so schöner ist die "Gartenstadt Welheim" anzuschauen.
Auf der östlichen Seite der B224 bietet sich übrigens auch eine gute Gelegenheit zur kulinarischen Stärkung. "Ich danke Sie" ist ein Lokal, das von keinem Geringeren als Essens Fußball-Legende Willi "Ente" Lippens betrieben wird und absoluten Kultstatus genießt.
Die zwischen 1890 und 1910 errichtete "Mathias-Sinnes-Siedlung", in der einst aus Ost- und Westpreußen stammende Bergarbeiter wohnten, ist dann das letzte Highlight dieser Etappe. Hier nutzte ich die günstige ÖPNV-Anbindung, um die heutige Wanderung zu beenden.