Rund um Essen (1) Die Ruhr und das Rumbachtal

Von Kettwig bis Borbeck



Freitag,
16.01.2026

Kilometer
19,3

Höhenmeter
↑ 160 / ↓ 115

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Startpunkt

Zielpunkt

S-Bahnhof "Kettwig"
45219 Essen (Kettwig)

Tram-Haltestelle
"Abzweig Aktienstraße"
45359 Essen (Borbeck)


Essen, die "Grüne Hauptstadt Europas 2017", kann mittlerweile eine Vielzahl erstklassiger Wanderwege aufweisen. Eine einheitlich ausgeschilderte Route für die komplette Umrundung der Ruhrgebiets-Metropole sucht man als Wanderer aber bis heute vergeblich. Stattdessen müsste man sich den Verlauf einer akzeptablen Strecke aus Teilen anderer Routen zusammenstellen. Günter Hammermann tat das schon vor mehr als 30 Jahren - und veröffentlichte 1996 in seinem Buch "Wanderungen um Duisburg, Essen und Mülheim/Ruhr" eine bemerkenswerte Rundtour. 

Dank der ausführlichen Beschreibung kommt das Buch komplett ohne Karten aus. Das machte die Übertragung in das heute gängige GPX-Format zwar aufwendig, aber auch spannend. Inspirieren lassen habe ich mich hierzu in der Wanderwegewelt von 
Jürgen Weiß, der Hammermanns Buch bereits vor zehn Jahren vorgestellt hat. Und als Essener spürte ich gleich den Drang, dieses Projekt neu aufzugreifen.

Besonders die Klärung der Frage, ob sich eine inzwischen schon 30 Jahre alte Wegbeschreibung in der Realität noch nachvollziehen lässt, hielt ich für verlockend. Und es interessierte mich, inwieweit die Ausführungen von damals noch mit den heutigen Gegebenheiten übereinstimmten - und wo bzw. wie sich Weg und Landschaft im Laufe dieser langen Zeit verändert haben. Als einzige Anpassung verlängerte ich die einzelnen Etappen und konnte ihre Anzahl damit von neun auf sechs reduzieren.

Dann startete ich - der Vorlage gemäß - in Kettwig. Der tief im Südwesten gelegene Stadtteil wird malerisch von der Ruhr umflossen, die dem Wanderer auf den ersten fünf Kilometern (dem Leinpfad entlang) nicht von der Seite weicht. Währenddessen ziehen auf der anderen Flussseite die Kettwiger Ruhrauen vorbei.

Bald rückt die Ruhrtalbrücke ins Bild. Anfangs noch klein und sehr weit entfernt, kommt Deutschlands längste Stahlbrücke aber zusehends näher. Diesen beeindruckenden Panoramablick sollte man auskosten, solange es geht. Denn die Planungen für ein Ersatzbauwerk und die damit verbundene Großbaustelle laufen bereits.

Schöne Blicke auf Mintard und die Ruhrtalhänge begleiteten mich bis ins Naturschutzgebiet "Kocks Loch", das dem noch wesentlich größeren Komplex der "Saarn-Mendener Ruhrauen" angehört. Hier verlässt der Weg die Ruhr, um ostwärts über den "Wöllenbeck" (einem gemächlich empor führenden Hang) dem Mülheimer Ortsteil Raadt zuzustreben. Der ist zügig durchquert und stellt quasi das Tor zum "Oberen Rumbachtal" dar: einer wunderschönen Naturidylle, die ebenfalls unter Schutz steht und auf den nächsten zwei Kilometern jedes Wanderherz verzaubert. 

Durch das Wohngebiet der früheren Bergarbeitersiedlung "Mausegatt" gewinnt man die am Rumbach verlorenen Höhenmeter schnell zurück. Der urbane Charakter verstärkt sich aber noch, denn bald findet man sich mitten im quirligen Zentrum von Mülheim-Heißen wieder. "Augen zu und durch", dachte ich angesichts des massenhaften Trubels zunächst. Aber man tut wesentlich besser daran, auf den unübersichtlichen Verkehr zu achten - will man nicht Gefahr laufen, an einem unscheinbar wirkenden Kreisverkehr gleich von drei Seiten aus überfahren zu werden. 

Die Hardenbergstraße entpuppt sich dann als ein ziemlich unattraktiver Teil. An ihr geht es erbarmungslos anderthalb Kilometer entlang und über die zahlreichen Gleise hinweg in Richtung Winkhausen. Erleichterung naht auf der anderen Seite der A40: Hier beginnt, und das mit einem guten Blick auf die Essener Skyline, wieder eine überaus ländlich geprägte Szenerie. 

Durch weite Felder und eine idyllische Siedlung von Schönebeck gelangte ich schließlich zur Aktienstraße. Die Route findet hier aber eine überraschend angenehme Variante, dem Verkehrslärm zu entgehen. Dort, wo Schönebeck in Borbeck übergeht, bestand für mich dann eine gute Gelegenheit, diese erste Etappe zu beenden und mich zu einer nahegelegenen Tram-Station zu begeben.

Das im Jahr 1996 erschienene Buch "Wanderungen um Duisburg, Essen und Mülheim/Ruhr" von Günter Hammermann
beschreibt auf den Seiten 83 bis 96 den Verlauf dieser Etappe aus damaliger Sicht.


Höhenprofil

Die Essener Umrundung startet in Kettwig

Der Kettwiger Stausee

Auf dem Leinpfad an der Ruhr entlang

Die "Ruhrtalbrücke Mintard" kommt in Sicht.

Die Ruhrauen

Mintard auf der anderen Ruhrseite

Im Naturschutzgebiet "Kocks Loch"

Das zu Mülheim gehörende Raadt

Ankunft im Rumbachtal

Der Rumbach

Marktplatz in Mülheim-Heißen

Die Gnadenkirche

Überquerung der Bahngleise

Mit dem Überqueren der A40 wird es wieder ländlicher

Essen-Schönebeck mit "St. Antonius Abbas"

Angenehme Alternative zur vielbefahrenen Aktienstraße


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