Von Kettwig bis Borbeck
Startpunkt
Zielpunkt
S-Bahnhof "Kettwig"
45219 Essen (Kettwig)
Tram-Haltestelle
"Abzweig Aktienstraße"
45359 Essen (Borbeck)
Essen ist mittlerweile reich an Wanderwegen. Doch will man die einstige "Grüne Hauptstadt Europas 2017" komplett umrunden, gilt es bis heute, die Strecke aus verschiedenen anderen Routen zusammen zu puzzeln. Das tat Günter Hammermann schon 1996 und veröffentlichte mit seinem Buch (das zwar ohne Karten auskommt, aber mit umso ausführlicheren Beschreibungen dagegen halten kann) eine äußerst vielversprechende Wanderempfehlung.
Damit ich das Buch aber nicht mitschleppen und an jeder Ecke umblättern musste, übertrug ich die beschriebene Route in das heute gängige GPX-Format. Genau wie Jürgen Weiß, der vor zehn Jahren bereits auf diese Idee gekommen war und dessen Wanderwegewelt ich diesen spannenden Tipp verdanke.
Denn auch ich fand es interessant zu sehen, inwieweit die Ausführungen von damals noch mit den heutigen Gegebenheiten übereinstimmten, oder wo bzw. wie sich Weg und Landschaft im Laufe von mittlerweile 30 Jahren verändert haben.
Auch wenn ich die Etappen neu einteilte, startete ich der Vorlage gemäß in Kettwig. Der tief im Südwesten gelegene Stadtteil wird malerisch von der Ruhr umflossen, die uns auf den ersten fünf Kilometern - dem Leinpfad entlang - nicht von der Seite weicht. Währenddessen ziehen auf der anderen Flussseite die Kettwiger Ruhrauen vorbei.
Bald rückt aber auch die Ruhrtalbrücke ins Bild. Anfangs noch klein und sehr weit entfernt, kommt Deutschlands längste Stahlbrücke zusehens näher. Diesen beeindruckenden Panoramablick sollte man übrigens auskosten, solange es geht. Denn die Planungen für ein Ersatzbauwerk und die damit verbundene Großbaustelle laufen bereits.
Schöne Blicke auf Mintard und die Ruhrtalhänge begleiten den Wanderer bis ins Naturschutzgebiet "Kocks Loch", das dem noch wesentlich größeren Komplex der "Saarn-Mendener Ruhrauen" angehört. Hier verlässt unser Weg die Ruhr, um ostwärts über den "Wöllenbeck", einem gemächlich empor führenden Hang, dem Mülheimer Ortsteil Raadt zuzustreben. Der aber ist zügig durchquert und stellt quasi das Tor zum "Oberen Rumbachtal" dar: einer wunderschönen Naturidylle, die ebenfalls unter Schutz steht und auf den nächsten zwei Kilometern jedes Wanderherz verzaubert.
Durch das Wohngebiet der früheren Bergarbeitersiedlung "Mausegatt" gewinnt man die am Rumbach verlorenen Höhenmeter schnell zurück. Der urbane Charakter verstärkt sich aber noch, denn schon bald findet man sich mitten im quirligen Zentrum von Mülheim-Heißen wieder. "Augen zu und durch", dachte ich zunächst angesichts des massenhaften Trubels. Doch ich merkte rasch, dass es sinnvoller war, mich auf den unübersichtlichen Verkehr zu konzentrieren - wollte ich an einem Kreisverkehr nicht Gefahr laufen, von drei Seiten gleichzeitig überfahren zu werden.
Die laute und verkehrsreiche Hardenbergstraße ist (ich kann es nicht anders sagen) der mit Abstand unattraktivste Teil der Etappe. An ihr geht nun erbarmungslos auf anderthalb Kilometern entlang und über die zahlreichen Gleise hinweg Richtung Winkhausen. Erleichterung kommt erst nach Überquerung der A40 auf, wo um so plötzlicher wieder eine ländliche Szene beginnt.
Durch eine idyllische Siedlung von Schönebeck gelangte ich zur Aktienstraße. Doch hier findet die Route auf ihren letzten Metern für heute tatsächlich eine überaus akzeptable Alternative zu dieser vielbefahrenen Hauptstraße. Dort, wo Schönebeck in Borbeck übergeht, beendete ich die erste Etappe und begab mich zur nahegelegenen Tram-Station.
Höhenprofil
Fitness-Level