Rund um Essen (3) Zwischen Nordsternpark und Mechtenberg

Von Karnap bis Bochum-Leithe



Mittwoch,
21.01.2026

Kilometer
14,9

Höhenmeter
↑ 47 / ↓ 14

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Startpunkt

Zielpunkt

Tram-Station "Arenbergstraße"
45329 Essen (Karnap)

Bushaltestelle "Rüggenberg"
-44866 Bochum (Leithe)


Als ich in Karnap zur dritten Etappe meiner "Rund-um-Essen"-Tour startete, richtete sich dort (am nördlichsten Punkt der gesamten Umrundung) mein erster Blick auf die "Karnaper Seilscheibe". 1982 errichtet, steht sie repräsentativ für Karnaps 100-jährige Bergbaugeschichte. 

Nur wenige Schritte weiter gelangt man ein weiteres Mal in den Einflussbereich der Emscher. Während es hier einem schnurgeraden Radweg durch den Emscherpark entlang geht, wird dichtes Gestrüpp die Sicht auf das renaturierte Gewässer aber weitgehend verhindern. 

Der zu Gelsenkirchen gehörende Nordsternpark hat sich wegen der 2027 stattfindenden IGA in eine Großbaustelle verwandelt. So ist der Bereich zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal, wo derzeit gefühlt kein Stein auf dem anderen bleibt, aktuell an vielen Stellen gesperrt. Das zwang mich, den vorgegebenen Weg zu verlassen und statt der erwarteten Kanalblicke mit einer weiter nördlich verlaufenden Umleitung Vorlieb zu nehmen.

Erst nach zwei Kilometern gab es an der Grothusstraße wieder eine Möglichkeit, auf die südliche Seite des Rhein-Herne-Kanals - und damit zur regulären Route - zurückzukehren. Hier empfängt uns mit dem Lehrhovebruch eine verkehrsreiche Straße. Und es zeigt sich erstmals richtig deutlich, welches Ausmaß an Wandel in dieser Region während der letzten 30 Jahre stattgefunden hat. Denn hätte Günter Hammermann, auf dessen Beschreibung meine Route zurückgeht, damals die Wahl von heute gehabt, wäre sein Weg sicher durch den deutlich attraktiveren Nordsternpark verlaufen - mitsamt Amphietheater, Kinderland und dem "Europator". Das alles befand sich seinerzeit aber erst in der Entstehung - für die im Jahr 1997 stattfindende BUGA. 

Mit dem Erreichen der Schalker Straße bessert sich die Situation, denn hier lassen sich links und rechts einige gut erhaltene Zechenhäuser bewundern. Man umrundet das frühere Gelände von "Zollverein 4/5/11", wo nach dem Ende der Bergbau-Ära ein Zukunftszentrum zur Förderung von Existenzgründungen ("Triple Z") Einzug gehalten hat. 

Der Weg führt ostwärts weiter und folgt dabei den Schienen der "Kulturlinie", wie die Tram 107 dank der zahlreichen Attraktionen entlang ihres Fahrwegs auch gerne genannt wird. Linker Hand taucht mit dem Parkplatz der Gelsenkirchener Trabrennbahn dann ein Trödelmarkt auf, der an gleich vier Wochentagen regelmäßig hier stattfindet. Und neben allen ehrbaren Händlern drängt sich beim Anblick des Gewusels auch die Frage auf, wie viele Jahre Knast sich in der Summe hier wohl gerade unters Volk mischen. 

Im angrenzenden "Nienhausenbusch", so der Name des älteren Teils des Nienhauser Revierparks, wird es deutlich ruhiger. Am "Waldhaus" und an einem Teich vorbei geht es dann in den erst kürzlich umgestalteten Bereich, der sich als "Wasserpark" thematisch nun ganz dem nassen Element widmet. 

Südlich der Bahnlinie warten die "Golanhöhen". Eine Halde, die aus dem Aushub für den früheren Bau einer Gelsenkirchener U-Bahn-Linie aufgeschüttet wurde und ihren eigenwilligen Namen infolge einer Auseinandersetzung erhielt, die ein Kleingartenverein wegen einer Kieshalde zu genau jener Zeit geführt hat, als der Israelisch-Syrische Krieg stattfand. 

Ein weiteres Kuriosum bestand übrigens darin, dass ich heute fast unmittelbar an meiner eigenen Haustür vorbei kam. Deshalb hatte ich zunächst auch erwogen, diese Etappe hier enden und die nächste wieder beginnen zu lassen. Aber das hätte den heutigen Weg viel zu kurz gemacht - und die Einteilung der anderen Teilstücke dazu um so schwieriger.

Über die Schemannstraße gelangte ich jetzt durch den Gelsenkirchener Stadtteil Rotthausen in das Naturschutzgebiet "Mechtenberg", das sich Gelsenkirchen wiederum mit Essen teilt. Die eigentliche Anhöhe mit dem Bismarckturm umläuft man aber nur. Und dann der nächste "Fun-Fact": Genau hier stieß ich heute auf den übriggebliebenen Sockel einer einstigen Stele der "Essener Aussichten". Deren Standort hatte ich während meiner eigentlichen Entdeckungstour neben dem Bismarckturm vermutet und folglich nicht angetroffen. Aber so schließt sich nachträglich auch dieser Kreis.

"Am Mechtenberg" heißt dann eine Straße, die mich zielstrebig zum heutigen Etappenziel brachte. Und damit klingt ein überwiegend urban geprägter Wandertag aus, der zum Abschluss mit wechselnden Perspektiven auf den Mechtenberg aber noch einmal durchaus landschaftliche Akzente zu setzen wusste.

Das im Jahr 1996 erschienene Buch "Wanderungen um Duisburg, Essen und Mülheim/Ruhr" von Günter Hammermann
beschreibt auf den Seiten 109 bis 117 den Verlauf dieser Etappe aus damaliger Sicht.


Höhenprofil

Die Karnaper Seilscheibe

Hochbunker in Karnap

Kletteranlage im Nordsternpark

Zeche Nordstern

Die Emscher

Zurück auf die südliche Seite des Rhein-Herne-Kanals

Lehrhovebruch

Der Schwarzbach

Altes Zechenhaus auf der Schalker Straße

Die Tram 107 fährt als "Kulturlinie"

Das "Waldhaus"

Ein Teich im im Nienhausenbusch

Revierpark Nienhausen

Die "Golanhöhen"

Auf der Schemannstraße

Erneut wird der Schwarzbach überquert

Angekommen im Naturschutzgebiet "Mechtenberg"

Der Mechtenberg


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